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Lauterbach kontert Streeck-Forderung: Kostenlose Corona-Tests nehmen nötigen Impfanreiz

  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet, dass kostenlose Corona-Tests den noch Ungeimpften den nötigen Anreiz nehmen würden, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.
  • Damit kontert er die Forderung von Virologe Streeck, Corona-Schnelltests wieder für alle unentgeltlich verfügbar zu machen.
  • Einig sind sich der Politiker und der Virologe in der flächendeckenden Einführung der 2G-Regel.
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Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) forderte der Bonner Virologe Hendrik Streeck die Wiederaufnahme von kostenlosen Corona-Schnelltests für alle. „Damit können wir auch nicht bis Weihnachten warten.“ Man müsse jetzt viel mehr testen, um zu verstehen, wie sich das Infektions­geschehen entwickelt. „Nur so können wir früh die Infizierten herausfischen und eine unkontrollierte Verbreitung des Corona­virus verhindern“, sagt Streeck dem RND. Es seien schlicht mehr Daten notwendig und das Testen könne diese Daten liefern.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält hingegen nichts davon, Corona-Schnelltests wieder für alle kostenlos zu machen. „Forderung nach kostenlosen Tests würde bedeuten, dass ein ungeimpfter Getesteter mit negativem Test in das Restaurant darf. Er kann weiter dort essen. Den Test zahlen wir“, schreibt Lauterbach bei Twitter. Er befürchtet, dass so das Argument fürs Impfen wegfalle. „Getestete Ungeimpfte können sich im Restaurant infizieren. An Geimpften mit Durchbruchinfektion oder falsch negativ Getesteten. Geimpfte erkranken auch, aber selten schwer, Ungeimpfte müssen oft auf Intensivstation. Kostenlose Tests ersetzen nicht dringend notwendige 2G Regel“, schreibt Lauterbach weiter.

Darin sind sich Virologe Streeck und Lauterbach einig. Eine breite Anwendung der 2G-Regel (Geimpfte oder Genesene) wird zur Eindämmung der vierten Corona-Welle nötig werden. Streeck hält daher auch nichts von der Entscheidung der Gesundheits­minister am Freitag, nur Besuchern in Pflege­heimen eine Testpflicht aufzuerlegen. Da sich auch Geimpfte anstecken könnten, reiche 2G nicht mehr aus. „Deshalb müssen sich ebenfalls geimpfte Bewohner und das Pflegepersonal regelmäßig testen lassen.“ 2G schließe nicht automatisch die Impflücke. „Wenn Ungeimpfte am Sozialleben nicht teilnehmen dürfen, organisieren sie sich zum Beispiel Feiern zu Hause. Dort lässt sich das Infektionsgeschehen dann überhaupt nicht mehr kontrollieren.“

RND/scs/fw

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