Vor Bund-Länder-Schalte: Laschet will strenge Kontaktverbote

  • Am Mittwoch beraten Bund und Länder erneut über die Corona-Lage und das weitere Vorgehen.
  • Nordrhein-Westfalen hat vorab Vorschläge für die Gespräche vorgestellt.
  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will vor allem strengere Kontaktverbote.
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Berlin. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Reihe von Vorschlägen für die Bund-Länder-Schalte am Mittwoch vorgestellt. „Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Es rollt eine zweite Corona-Welle über Europa, Deutschland und NRW“, sagte der Kandidat für den CDU-Vorsitz.

Es komme nun auf ein beherztes, angemessenes Handeln der Politik an. Mittwoch sei ein entscheidender Tag. Der November werde der Monat der Entscheidung. Nun brauche es eine effektive Corona-Bremse.

Laschet will „eine politische Weichenstellung“. Dies könne durch Beschlüsse zwischen Bund und Ländern erfolgen, aber entscheidend sei das Verhalten der Menschen. Für NRW komme es darauf an, den Gesundheitsschutz zu gewährleisten, ohne in einen zweiten Lockdown zu kommen.

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Laschet: „November wird der Monat der Entscheidung“
1:06 min
Der NRW-Ministerpräsident fordert die Wiedereinführung strenger Kontaktregeln zur Bekämpfung des Coronavirus.  © Reuters

Kontakte reduzieren und Feiern absagen

Mehrere Punkte seien dabei wichtig. Laschet will etwa die Wiedereinführung eines strengeren bundesweiten Kontaktverbots. „Wir müssen unsere sozialen Kontakte drastisch reduzieren“, so Laschet. Alle privaten Kontakte müssten vorübergehend weitestgehend verringert werden. Er forderte die Bürger auf, alle privaten Feiern im November abzusagen. Der Bildungs- und Wirtschaftsbereich solle jedoch nicht getroffen werden. Wie genau die Kontaktbeschränkungen aussehen sollen – darauf wollte sich Laschet noch nicht festlegen und der Konferenz am Mittwoch nicht vorgreifen.

Außerdem brauche es weiter Schutz für die höchst Verwundbaren. Schnelltests und FFP2-Masken müssten zum Standard werden. Gerade in den vulnerablen Bereichen.

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Laschet appelliert an Gemeinschaftsgeist

„Und wir brauchen Regeln, die für die Bürger Planungssicherheit bieten“, sagte Laschet weiter. Auch müssten diese von den Bürgern verstanden werden. Anderenfalls würde die Akzeptanz der Maßnahmen geschwächt. „Regeln, die man aufschreibt, müssen auch durchgesetzt werden.“

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Laschet verwies darauf, dass NRW besonders dicht besiedelt ist. „Wenn wir den Lockdown verhindern wollen, wenn wir den Verlust vieler Arbeitsplätze verhindern wollen, dann müssen wir jetzt gemeinsam diese solidarische Leistung erbringen.“ Laschet appellierte an den Gemeinschaftsgeist, um in eine entspanntere Adventszeit zu kommen.

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Söder zur Corona-Entwicklung: „Es wird nicht schön“
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Der bayerische Ministerpräsident erwartet harte Auseinandersetzungen beim Corona-Gipfel am Mittwoch.  © Reuters

Laumann besorgt: Jeder steckt im Durchschnitt 1,5 Menschen an

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann brachte zuvor seine Sorge über die Corona-Lage in NRW zum Ausdruck. Jeder stecke derzeit 1,5 Menschen im Land an. Alle acht bis neun Tage würden die Zahlen verdoppelt. 8 Prozent der Infizierten benötigten demnach eine Behandlung im Krankenhaus. 1,4 Prozent würden so schwer erkranken, dass sie beatmet werden müssen. Bei diesen Zahlen könne man nicht ausschließen, dass zum Jahresende das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoße. Aber er könne der Bevölkerung „guten Gewissens“ sagen, „dass wir es schaffen können“.

Nun sei aber zwingend eine Reduzierung benötigt. Inzwischen fielen 6,5 Prozent der Corona-Tests positiv aus. Deutlich mehr als noch vor einigen Wochen.

In NRW liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur noch ein Kreis unter der Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Der Kreis Soest verzeichnete demnach am Dienstagmorgen den Wert von 40,8.

Am Mittwoch beraten Bund und Länder erneut das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Dabei geht es auch um die Frage, ob es Lockdown-Maßnahmen geben wird. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstag ein konsequentes Vorgehen angemahnt. Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) schloss bereits aus, einem Lockdown zuzustimmen.

RND/cz

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