Corona-Krise: Mehr Neuzugänge bei Hartz-IV-Aufstockern

  • Zehntausende Arbeitnehmer und Selbstständige haben im April eine Aufstockung durch Hartz IV beantragt.
  • Wahrscheinlich reicht bei vielen Menschen in Kurzarbeit das Einkommen nicht für den Lebensunterhalt aus.
  • Politiker befürchten, dass die Zahlen weiter zunehmen.
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Berlin. Zehntausende Arbeitnehmer und Selbstständige haben in der Corona-Krise wegen wegbrechender Einnahmen zusätzliche Unterstützung beim Jobcenter beantragt. Die Linke im Bundestag verweist auf entsprechende Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Demnach gab es im April rund 51.000 Arbeitnehmer und 33.000 Selbstständige, die neu in der Statistik der Hartz-IV-Aufstocker auftauchten. Üblicherweise zählt die Monatsstatistik der BA in diesem Bereich bei den Selbstständigen weniger als 2000 und bei den Arbeitnehmern höchstens 10.000 bis 13.000 Neuzugänge pro Monat.

Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei vielen neu gemeldeten “Aufstockern” im April um Menschen auf Kurzarbeit handelt. Besonders viele Menschen kamen laut der Statistik aus dem Bereich “personenbezogene Dienstleistungsberufe”. Das sind unter anderem Beschäftigte und Selbstständige aus der Gastronomie oder aus Kunst und Kultur.

Linke fordert höheres Kurzarbeitergeld

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"Das ist erst der Anfang. Die Aufstockerzahlen werden mit Sicherheit weiter zunehmen. Das muss auf jeden Fall verhindert werden", sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann. Die Linke fordert eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des Nettogehalts und Hilfen zum Lebensunterhalt für Selbstständige.

Menschen, deren Einkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht, können dieses durch Hartz-IV-Leistungen aufstocken. Die Bundesagentur für Arbeit selbst spricht nicht von "Aufstockern", sondern von "Ergänzern" oder "erwerbstätigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten".

RND/dpa

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