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Corona-Krise: Kritik an Beschränkungen der Gottesdienste bleibt

  • Nachdem einige Geschäfte wieder öffnen dürfen, schöpfen nun auch religiöse Vertreter Hoffnung auf eine Lockerung der Beschränkungen durch Corona.
  • Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken plädierte dafür, Gottesdienste schrittweise wieder zu ermöglichen.
  • Er ist nicht der Einzige.
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Düsseldorf, Köln. Vor den Gesprächen mit der Bundesregierung an diesem Freitag erhoffen sich religiöse Vertreter in Deutschland eine Lockerung der Corona-Beschränkungen für Gottesdienste. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, plädierte dafür, gemeinschaftliche Gottesdienste schrittweise wieder zu ermöglichen. Unter Berücksichtigung aller Schutzmaßnahmen sollten den Religionsgemeinschaften wieder Möglichkeiten eröffnet werden, "unter Berücksichtigung strenger Regeln in eingeschränktem Maß wieder zu Gottesdiensten zusammenzukommen", sagte er am Donnerstag in Bonn.

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Unterdessen haben sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Religionsgemeinschaften für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen im religiösen Leben ausgesprochen. “Wenn nun das soziale und öffentliche Leben wieder mehr geöffnet wird, muss das auch für das gemeinsame religiöse Leben gelten”, heißt es in einer am Donnerstagabend in Düsseldorf verbreiteten gemeinsamen Erklärung von Landesregierung und Vertretern der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften. “Deshalb sind wir uns darin einig, in den nächsten Tagen gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie das religiöse Leben in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens so schnell wie möglich wieder mehr äußere Gestalt annehmen kann, ohne die bisherigen Erfolge im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu riskieren.”

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An dem Gespräch nahmen der Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, sowie Vertreter der jüdischen und muslimischen Gemeinden teil. Woelki dankte Laschet "für ein sehr konstruktives und gutes Gespräch und seinen Einsatz für die schnellstmögliche Lockerung des Gottesdienstverbotes". Abstand, Vorsicht, Hygiene, all das bleibe unverzichtbar, erklärte Woelki über Twitter. "Deshalb müssen Gottesdienste unter Auflagen zugelassen werden, je früher, desto besser", unterstrich Woelki. Die Sehnsucht der Menschen nach Seelsorge, Orientierung, Gottesdienst sei gerade jetzt groß.

Auch andere Bundesländer, darunter Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Sachsen-Anhalt, kündigten am Donnerstag an, über Lockerungen für Gottesdienste nachzudenken. Im Saarland könnte an Pfingsten, also Anfang Juni, wieder gemeinsam gebetet werden, stellte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in Aussicht.

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Der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister sagte am Donnerstag auf epd-Anfrage: "Ich bleibe zuversichtlich, dass es in naher Zeit stufenweise Möglichkeiten geben wird, wie in Kirchen unter den bestehenden hygienischen Bedingungen und Abstandsgeboten Gottesdienste mit einer überschaubaren Anzahl an Besuchern gefeiert werden können." Dazu brauche es nun Gespräche auf politischer Ebene.

Verbot religiöser Zusammenkünfte soll weiter bestehen

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Der Kirchenrechtler Hans Michael Heinig sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), er sei skeptisch, ob angesichts der Öffnung beispielsweise von Modeboutiquen ein fortgeltendes pauschales Verbot religiöser Versammlungen den Anforderungen des Grundgesetzes genüge. Auch unter Muslimen, für die Ende der kommenden Woche der heilige Fastenmonat Ramadan beginnt, regt sich Widerspruch gegen die pauschale Verlängerung des Versammlungsverbots.

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Die RND-Hauptstadtkorrespondentinnen Daniela Vates und Marina Kormbaki analysieren die Lockerungen der Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern.  © RND

Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass trotz geplanter Lockerungen für Geschäfte schon ab der kommenden Woche das Verbot religiöser Zusammenkünfte zunächst weiterbestehen soll. Das Bundesinnenministerium will sich an diesem Freitag mit Vertretern aller Religionsgemeinschaften beraten. Die katholische Kirche werde in das geplante Gespräch einen Vorschlag einbringen, wie Religionsausübung und Infektionsschutz gleichermaßen gewährleistet werden können, kündigte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, an. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte am Mittwoch, er sei zuversichtlich, dass man sich mit der Bundesregierung und den Ländern auf “verantwortbare Formen des Gottesdienstes” einigen könne.

RND/epd

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