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Corona-Krise in den USA: Nancy Pelosi wirft Trump Beratungsresistenz vor

  • In den USA wachsen mit zunehmender Brisanz der Corona-Krise auch die Spannungen zwischen Republikanern und Demokraten.
  • Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi forderte, dass Trump endlich auf die Wissenschaft höre.
  • Wird sein Krisenmanagement dem US-Präsidenten zum Verhängnis?
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Washington. Die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, hat Präsident Donald Trump Beratungsresistenz in der Corona-Krise vorgeworfen und einen Kurswechsel angemahnt. Trump wirke wie “der Mann, der sich weigert, nach dem Weg zu fragen”, kritisierte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses am Donnerstag im Kapitol.

Doch müsse das Weiße Haus den Rat führender Wissenschaftler suchen, um sich gegen den Anstieg von Coronavirus-Infektionen und Todesfällen zu stemmen. Im Kongress soll das nächste Hilfspaket beschlossen werden.

"Herr Präsident, geben Sie zu, dass Sie auf dem falschen Pfad sind, und fragen Sie nach dem Weg, fragen Sie die Wissenschaftler nach dem Weg", forderte Pelosi.

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Konkret rief sie Trump auf, seine Befugnisse nach einem Gesetz voll auszuschöpfen, durch das Unternehmen in Krisenzeiten zur Herstellung bestimmter Güter verpflichtet werden können. Auf diese Weise müsse man die Produktion dringend benötigter Ausrüstung für Corona-Tests und Behandlungsmethoden hochfahren, mahnte Pelosi.

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Joe Biden wirft Trump Versagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vor
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Präsidentschaftsbewerber Joe Biden von den Demokraten greift den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump scharf an.  © Reuters

Neues Maßnahmenpaket der Republikaner

Auch im Kongress haben die Spannungen zuletzt zugenommen. Im Fokus steht das nächste Hilfspaket angesichts der Corona-Pandemie, die anhaltende wirtschaftliche und gesellschaftliche Verwerfungen in den USA auszulösen droht. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, soll spätestens kommende Woche ein Maßnahmenpaket im Umfang von einer Billion Dollar vorlegen.

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Die Initiative gilt als Gegenentwurf zu einem drei Billionen schweren Ausgabenpaket, das Pelosis Demokraten im Repräsentantenhaus im Mai vorstellten, ehe die Corona-Fälle sprunghaft anstiegen und neue Brennpunkte in Amerika entstanden.

Noch vor Monaten hatte McConnell in Sachen Ausgabenpolitik auf den “Pauseknopf” gedrückt, wie er es selbst ausdrückte. Nun aber sind die Republikaner angesichts der Eskalation der Corona-Krise mit einer düsteren Lage konfrontiert – und Pelosis Billionen-Paket, das sie einst als unrealistische Wunschliste der Linken kritisiert haben, erscheint inzwischen nicht mehr abwegig.

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Argwohn gegenüber Trumps Krisenmanagement steigt

Umfragen zeigen zudem, dass die US-Amerikaner dem Krisenmanagement Trumps zunehmend argwöhnisch gegenüberstehen. Kongressmitglieder hoffen daher, die Pandemie und die damit einhergehende Wirtschaftsmalaise zu lindern, ehe sich viele von ihnen wie der Präsident im November zur Wiederwahl stellen.

“Es gab einige, die hofften, dass das früher weggeht als es nun der Fall ist”, räumte McConnell diese Woche bei einem Besuch in einer Klinik in Kentucky ein. Dort mahnte er die Menschen zum Tragen von Masken und der Einhaltung von Abstandsregeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Man müsse nun Klartext reden, damit es jeder verstehe: “Das geht nicht weg”, sagte McConnell mit Blick auf die Pandemie.

RND/AP

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