Corona-Krise: Borrell warnt vor verheerenden Folgen in Afrika

In Afrika komme ein Arzt auf 10.000 Einwohner, warnt der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Dort könnten die Folgen des Coronavirus entsprechend verheerend sein. Europa müsse Afrika in seinem eigenen Interesse helfen.

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Brüssel. Eine Ausbreitung des Coronavirus in Afrika hätte nach Ansicht des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell verheerende Folgen. “Die Pandemie könnte dort sehr schnell außer Kontrolle geraten”, sagte der Spanier am Freitag nach Beratungen mit den EU-Außenministern. Das Gesundheitssystem in Afrika sei nicht mit dem in Europa vergleichbar. So komme in Afrika beispielsweise nur ein Arzt auf zehntausend Einwohner, während es in Europa 37 Ärzte seien.

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"Wir müssen Afrika in unserem eigenen Interesse helfen." Das Problem sei nicht gelöst, wenn es nur in Europa gelöst sei. Dann könne es zu einem Rückschlag kommen. Kommenden Mittwoch wollen die Entwicklungsminister der EU-Staaten über mögliche Hilfen beraten.

In einer gemeinsamen Erklärung unterstützten die 27 EU-Staaten am Freitagabend den Aufruf des UN-Generalsekretärs António Guterres zu einer weltweiten Waffenruhe wegen der Coronavirus-Pandemie. Zudem rief Borrell im Namen der EU-Länder alle Kriegsparteien dazu auf, humanitärer Hilfe ungehinderten Zugang zu gewähren. "Jetzt ist die Zeit für internationale Solidarität", sagte der Spanier. Sanktionen sollten nicht die Lieferung essenzieller Hilfsgüter im Kampf gegen Covid-19 behindern.

RND/dpa

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