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Großbritannien: Johnson kündigt Untersuchung zum Umgang mit Corona-Krise an

  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat angekündigt, dass die Reaktionen der Regierung in der Corona-Pandemie unter die Lupe genommen werden sollen.
  • Die Unabhängige Untersuchung soll Anfang 2022 beginnen.
  • „Es ist absolut elementar für die Trauernden und das ganze Land, dass wir genau herausfinden, was geschehen ist“, sagte der Premier.
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London. Die Reaktion der britischen Regierung auf die Coronavirus-Pandemie soll zum Gegenstand einer unabhängigen Untersuchung werden. Das kündigte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London an.

Ein Komitee werde die Befugnisse erhalten, auf alle relevanten Dokumente zugreifen zu können und Zeugenaussagen unter Eid zu hören, so der konservative Politiker. Die Untersuchung soll demnach frühestens im Frühjahr 2022 beginnen. „Dieses Land hat ein Trauma erlebt, wie kein anderes. Es ist absolut elementar für die Trauernden und das ganze Land, dass wir genau herausfinden, was geschehen ist“, sagte der Premier.

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Forderungen nach einer Untersuchung gibt es bereits seit Monaten. Die Organisation „Covid-19 Bereaved Families for Justice“, in der sich Angehörige von Corona-Toten zusammengeschlossen haben, hat in den vergangenen Wochen medienwirksam den Druck erhöht.

Rote Herzen an der Themse

Am Themse-Ufer gegenüber des britischen Parlaments malten die Hinterbliebenen auf eine kilometerlange Mauer Tausende rote Herzen in Gedenken an die Opfer. Mitgründer Matt Fowler hofft darauf, dass aus den Ergebnissen einer Aufarbeitung für künftige Pandemien und Notsituationen gelernt werden kann.

Das Vereinigte Königreich ist eines der am härtesten von der Pandemie getroffenen Länder Europas, mit oder an Covid-19 starben dort seit Beginn der Pandemie mehr als 150.000 Menschen. Im vergangenen Jahr musste sich die Regierung in London schwere Vorwürfe gefallen lassen, weil sie nur zögerlich Lockdown-Maßnahmen verhängte und es an Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten mangelte.

Inzwischen sind die Fallzahlen jedoch stark gesunken – dank harter Lockdown-Maßnahmen, die nun nach und nach aufgehoben werden, sowie eines erfolgreichen Impfprogramms. Mittlerweile sind rund ein Drittel aller Erwachsenen in dem Land – rund 18 Millionen Menschen – vollständig geimpft.

RND/dpa

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