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  • Corona: Jens Spahn widerspricht RKI-Papier – Inzidenz verliere an Aussagekraft bei steigender Impfrate

Spahn widerspricht RKI: „Mit steigender Impfquote verliert Inzidenz an Aussagekraft“

  • RKI-Chef Wieler hatte die Inzidenz in einem Papier als „Leitindikator“ bezeichnet.
  • Gesundheitsminister Spahn widerspricht dem nun.
  • „Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft“, sagte er.
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Berlin. Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) hatte am Montag ein Papier zur Corona-Pandemie in einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentiert. Ein Thema darin: Welche Faktoren künftig maßgebend für die Schutzmaßnahmen sein sollen.

Für das RKI sollte die Inzidenz weiterhin der „Leitindikator“ für die Infektionsdynamik bleiben. „Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik (hohe Inzidenzen haben zahlreiche Auswirkungen)“, heißt es in dem Papier. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibe wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren.

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Dem widerspricht nun aber der Bundesgesundheitsminister. „Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft“, sagt Jens Spahn (CDU) der „Bild“-Zeitung. Es brauche neben der Inzidenz „zwingend weitere Kennzahlen, um die Lage zu bewerten“. Wichtig sei etwa die Zahl der neu aufgenommenen Covid-19-Patienten im Krankenhaus.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte in der „Welt“, Spahn solle darauf hinwirken, dass ein „dynamischer Faktor“ eingeführt werde – etwa bestehend aus der Impfquote, verfügbaren Krankenhausbetten und der Kapazität der Gesundheitsämter. Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Achim Kessler, forderte zur Anpassung des Infektionsschutzgesetzes in der Zeitung eine rasche Sondersitzung des Bundestages.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), Bund und Länder müssten zu einem neuen Warnwert kommen. Grundlage könne ein Ampelsystem unter Einbeziehung einer Hospitalisierungsinzidenz sein. Müller wies auf die Corona-Ampel in Berlin hin, die neben der Inzidenz etwa auch die Intensivbettenauslastung erfasse.

RND/das/dpa

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