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  • Corona: Jens Spahn mit Biontech-Deckelung - Gesundheitsminister dagegen

Nach Spahns Biontech-Deckelung: Alle 16 Gesundheitsminister der Länder fordern Kehrtwende

  • Die Bundesländer dringen darauf, dass die Kontingentierung des Corona-Impfstoffs von Biontech wieder aufgehoben wird.
  • Das beschloss die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am Montag einhellig.
  • Spahn kündigte daraufhin eine Korrektur an.
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Berlin/München. Die Gesundheitsminister der Bundesländer haben nach Angaben der niedersächsischen Ressortchefin Daniela Behrens (SPD) die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert, die Liefermengen des Biontech-Impfstoffs zu beschränken. Gemeinsam habe man sich dafür eingesetzt, Spahn zur Umkehr zu bewegen, sagte Behrens am Montag in Hannover nach einer Videokonferenz mit ihren Kolleginnen und Kollegen. Der Bund habe daraufhin eine Kurskorrektur zugesagt und werde nun mehr von dem Biontech-Vakzin zur Verfügung stellen.

Spahn habe mit seiner Ankündigung der Impfkampagne „einen echten Bärendienst erwiesen“, sagte Behrens. „Wir wissen aus den vergangenen Monaten, dass es beim Impfen neben dem Gesundheitsschutz auch um Vertrauen geht. Und mit einer derart desaströsen Kommunikation schürt der Bund eher Misstrauen und Ärger.“

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Spahn stockt Biontech um eine Million Dosen auf

Die Landesminister seien sich einig, dass der Impfstoff von Moderna gleich gut geeignet sei. Der Biontech-Impfstoff solle aber verstärkt für die Unter-30-Jährigen genutzt werden, wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Das Bundesgesundheitsministerium solle alles tun, um weiter Biontech-Impfungen in vollem Umfang zu ermöglichen, so die Länder weiter. Dass es kommende Woche statt zwei nun drei Millionen Biontech-Dosen geben soll, begrüßte die GMK. Dies hatte Spahn in der Runde angekündigt. Der Beschluss fiel im Einvernehmen mit Spahn, wie es im Beschlusstext hieß.

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Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn hatte am Wochenende angekündigt, für Impfärzte die Bestellmengen bei Biontech-Dosen zu begrenzen. Er verwies darauf, dass sich das Lager dieses Impfstoffs derzeit schnell leere und Millionen Dosen des Vakzins von Moderna genutzt werden könnten, die in den kommenden Monaten abliefen. Vertreter der Ärzteschaft hatten daraufhin scharfe Kritik geübt, da dies die Impfkampagne verlangsamen könnte. Einige Ärzte haben sogar mit einem Impfstopp gedroht.

RND/epd/dpa

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