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IWF appelliert an G20-Staaten: Mehr Engagement für globale Impfkampagne

  • Die großen Wirtschaftsnationen sind mit ihren Impfkampagnen bereits weit vorangeschritten – ärmeren Ländern hingegen fehlen noch immer viele Impfdosen.
  • Der Internationale Währungsfonds hat die G20-Staaten deshalb zu mehr Engagement in der globalen Impfkampagne aufgefordert.
  • Insbesondere die Initiative Covax brauche mehr Unterstützung, denn bisher wurden nur ein Bruchteil der dafür versprochenen Impfdosen geliefert.
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Washington. Vor dem Gipfeltreffen der G20-Staaten am Wochenende hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die führenden Wirtschaftsnationen zu mehr Einsatz für die globale Impfkampagne aufgefordert.

Die G20-Staaten sollten zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Impfungen bereitstellen, forderte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Auch müssten sie die von ihnen versprochenen 1,2 Milliarden Impfdosen für die globale Impfinitiative Covax „sofort“ liefern, forderte sie. Bislang seien davon erst 170 Millionen Dosen geliefert worden.

Fehlende Impfungen verhindern wirtschaftliche Erholung

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Länder mit hoher Impfquote sollten anstehende Lieferungen neuer Dosen zudem mit ärmeren Ländern tauschen, die diese dringender bräuchten, forderte Georgiewa.

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„Wir müssen diese und andere Maßnahmen treffen, um Leben zu retten und die wirtschaftliche Erholung zu stärken“, erklärte sie. Falls die Pandemie nicht eingedämmt werde, könnte die globale Wirtschaftsleistung auf die nächsten fünf Jahre betrachtet um 5,3 Billionen US-Dollar geringer ausfallen, warnte der IWF.

Der IWF forderte die Schwellen- und Industrieländer der G20 zudem auf, sich auf weitere Schritte zur Erleichterung der Schuldenlast ärmerer Staaten zu einigen. Die im vergangenen Jahr von den G20 beschlossene zeitweise Aussetzung des Schuldendienstes sei ein guter Schritt gewesen. Nun gehe es darum, an permanenteren Lösungen zu arbeiten. Die G20-Staaten müssten sich auf einen Rahmen für das Verfahren mit Ländern in Schuldenkrisen einigen, forderte der IWF.

Anders als Unternehmen können Staaten bei einer Überschuldung nicht einfach Insolvenz beantragen. In solchen Fällen kommt es meist zu langjährigen und schwierigen Verhandlungen mit Kreditgebern.

RND/dpa

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