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„Explosionsartiger“ Anstieg bei Omikron-Infektionen erwartet: Neue Variante in Niedersachsen bei 70 Prozent

Eine Labormitarbeiterin bereitet Teströhrchen für einen PCR-Test vor. (Archivbild)

Eine Labormitarbeiterin bereitet Teströhrchen für einen PCR-Test vor. (Archivbild)

Hannover. Das niedersächsische Gesundheitsministerium geht von einem „explosionsartigen“ weiteren Anstieg der Infektionszahlen mit der Omikron-Variante des Coronavirus aus. Schon jetzt seien 70 Prozent der Corona-Fälle durch die Omikron-Variante ausgelöst, sagte der Leiter des Krisenstabs der rot-schwarzen Landesregierung, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. Nur noch fünf Landkreise und kreisfreie Städte hätten noch eine Inzidenz unter 100. Die Kreise Verden und Osterholz lägen bereits über 400. In den kommenden Wochen rechne er mit bedeutend höheren Zahlen.

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Unklar sei noch die Gefahr durch die Omikron-Variante: Sicher bewiesen sei die viel höhere Ansteckungsgefahr, etwa im Vergleich zur bisher vorherrschenden Delta-Variante, erläuterte Scholz. Nicht eindeutig geklärt sei dagegen die Schwere der Krankheitsverläufe und die Dauer der Ansteckungsgefahr. Bisher deute vieles auf einen deutlich milderen Verlauf hin. Aber: „Bestimme Sachen wissen wir einfach noch nicht.“

Scholz: Kriterien möglicherweise neu bewerten

Entscheidend für die Corona-Warnstufen sei der Grad der Hospitalisierung und eine weitere Komponente, nämlich die Inzidenz oder die Intensivbettenbelegung. Scholz zufolge müssen diese Kriterien möglicherweise neu bewertet werden. Wenn der Großteil der Infizierten ihre Krankheit zuhause auskurieren könnten, würden die Krankenhäuser entsprechend weniger belastet.

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Dies gelte auch für eine mögliche Änderung der Quarantäneverordnung. Es sei nicht sinnvoll, Menschen in Quarantäne zu halten, wenn sie nicht mehr ansteckend sind, sagte der Chef des Krisenstabs. Doch auch hier sei noch nicht eindeutig erforscht, wie lange ein mit der Omikron-Variante infizierter Mensch ansteckend ist.

Kürzere Quarantänefristen: Lauterbach rechnet mit schneller Entscheidung

Ob Karl Lauterbach nur eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, blieb offen.

Mit Blick auf die rund 14.000 Menschen, die am Montagabend landesweit gegen die Corona-Maßnahmen protestierten, verwies Scholz auf die Zahl der täglichen Impfungen. Allein am Montag seien mehr als 55.000 Menschen geimpft worden. Die 14.000 seien an jedem Montag die selben Leute. Es seien aber täglich 55.000 weitere Menschen, die sich impfen ließen, betonte er.

Scholz schätzt, dass noch in dieser Woche alle nachgewiesenen Infektionen in Niedersachsen auf das neue Virus zurückgehen könnten, berichtet die „Hannoversche Allgemeine“.

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Regierungssprecherin Anke Pörksen zufolge ist noch nicht darüber entscheiden worden, ob die Weihnachtsruhe nach dem 15. Januar in Niedersachsen weiter gelten soll. Doch auch bei einem Wegfall werde sich nicht viel ändern. Sie gehe davon aus, dass das gesellschaftliche Leben in den kommenden zehn Wochen weiterhin „heruntergedimmt“ bleibe. Ein vorrangiges Ziel bleibe es, die Schulen und Kitas offen zu halten.

RND/epd

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