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Corona: Johnson verteidigt Lockdown gegen Kritik

  • Wissenschaftler hatten dem britischen Premierminister schon längst zu einem Lockdown geraten - Boris Johnson hat ihn erst 40 Tage später angeordnet.
  • Die Opposition wirft ihm katastrophale Führungsfehler vor.
  • Johnson rechtfertigt sein Vorgehen.
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Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für seine Vorgaben in der Corona-Pandemie gerechtfertigt. Angesichts der neuesten Zahlen habe es keine Alternative dazu gegeben, „auf nationaler Ebene weitere Schritte zu gehen“, sagte er am Montag vor Parlamentariern.

Es sei richtig gewesen, einen zweiten Lockdown anzuordnen - aber auch, dies 40 Tage nach dem Rat von Wissenschaftlern zu tun, die ihm damals schon schärfere Beschränkungen empfohlen hatten. „Ich denke, es war richtig, jede Möglichkeit auszuprobieren, das Virus auf Lokalebene unter Kontrolle zu bringen, mit starken lokalen Maßnahmen und starker lokaler Führung.“

Kritiker: Kostete hunderte Menschen das Leben

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In England greifen ab Donnerstag verschärfte Coronavirus-Beschränkungen. Die Pläne wurden am Wochenende verkündet, nachdem es laut Prognosen nur noch wenige Wochen dauern könnte, bis schnell steigende Infektionsraten die Krankenhäuser überlasten. Wissenschaftliche Berater hatten der Regierung bereits am 21. September einen kurzen Lockdown empfohlen, um die Infektionsketten zu durchbrechen.

Der Premier und sein Kabinett entschieden sich stattdessen dafür, in Regionen mit höheren Infektionsraten strengere Regeln vorzuschreiben, um so die Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft niedrig zu halten. Das habe Tausende weitere Infektionen ausgelöst und Hunderte Menschen unnötig das Leben gekostet, werfen Kritiker Johnson vor.

Opposition: “Ein katastrophaler Führungsfehler”

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Der Chef der Oppositionspartei Labour, Keir Starmer, sagte, die verzögerten Maßnahmen seien in der Pandemie-Statistik eindeutig zu erkennen. Am 21. September habe das Vereinigte Königreich elf Todesfälle und etwa 4000 Neuinfektionen verzeichnet - 40 Tage später seien es 326 Todesfälle und mehr als 22 000 neue Fälle.

Zu jedem Zeitpunkt habe Johnson zu viel versprochen und zu wenig abgeliefert, kritisierte Starmer dessen Corona-Strategie. Den Rat seiner eigenen Wissenschaftler abzulehnen, sei ein katastrophaler Führungsfehler gewesen. Trotz der Kritik sagte der Labour-Chef, den Lockdown in England werde er in der für Mittwoch geplanten Abstimmung im Parlament unterstützen.

RND/AP

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