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Verdachtsfälle und Selbstisolation – Politik mit Corona infiziert

Taiwan, Taipeh: Das Videostandbild zeigt einen Arbeiter in Schutzanzug, der Sitze in der Nationalen Konzerthalle in Taipeh desinfiziert.

Rom/Teheran/Brüssel. Politiker beraten vielerorts wie das neuartige Coronavirus eingedämmt werden kann.

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In einigen Ländern sind sie aber auch unmittelbar selbst von der Lungenkrankheit betroffen.

Ein Überblick:

Portugal - Präsident in Selbstisolation

In Portugal hat sich Präsident Marcelo Rebelo de Sousa wegen einer möglichen Infektion mit dem Virus in eine zweiwöchige Selbstisolation begeben. Der 71-Jährige hatte in der vergangenen Woche Jugendliche einer Schule im Norden des Landes getroffen, die später wegen eines Coronavirus-Falls geschlossen wurde.

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Marcelo Rebelo de Sousa ist Präsident Portugals.

Marcelo Rebelo de Sousa ist Präsident Portugals.

Bislang hat der Politiker aber keine Symptome und will von seinem Haus aus weiterarbeiten. Eine Infektion mit dem Covid-19-Erreger gilt aber als unwahrscheinlich, da Rebelo de Sousa zwar Fotos mit Schülern und Lehrern gemacht habe, “ohne diese aber jedoch einzeln zu begrüßen”.

Ukraine - Ex-Gesundheitsministerin in Solidaritäts-Quarantäne

In der Ukraine begab sich aus Solidarität mit China-Rückkehrern die frühere ukrainische Gesundheitsministerin Sorjana Skalezkaja in Quarantäne.

USA - Abgeordnete bleiben zu Hause

Der republikanische US-Senator Ted Cruz begab sich freiwillig in Quarantäne, weil er vor mehr als einer Woche einem späteren Covid-19-Patienten bei einer Konferenz (CPAC) die Hand geschüttelt habe.

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Auch der Kongressabgeordnete Paul Gosar aus Arizona - ebenfalls Republikaner - gab an, vorerst zuhause bleiben zu wollen. Ebenfalls im Rahmen der CPAC sei er über einen längeren Zeitraum mit einer Person zusammengewesen, die mittlerweile wegen des Coronavirus im Krankenhaus sei. Er habe ihr mehrmals die Hand geschüttelt.

Us-Präsident Donald Trump mit Bill Lee, Gouveneur von Tennessee und dessen Frau Maria Lee.

Us-Präsident Donald Trump mit Bill Lee, Gouveneur von Tennessee und dessen Frau Maria Lee.

US-Präsident Donald Trump gab sich zuletzt noch gelassen trotz der Ausbreitung des neuartigen Virus auch in den USA. Er wolle Unterstützern weiterhin die Hand geben, sagte er am Donnerstagabend (Ortszeit). “Sie wollen deine Hand schütteln, sie wollen Hallo sagen, sie wollen dich umarmen, sie wollen dich küssen, was auch immer. Das muss man machen”, sagte er dem Sender Fox News, fügte aber hinzu: “Wenn es jemals eine Zeit gab, Menschen davon zu überzeugen, keine Hände zu schütteln, könnte es diese sein.”

Italien - Armeechef infiziert

In Italien haben sich mehrere Politiker nachweislich infiziert. Neben dem Präsidenten der Region Piemont, Alberto Cirio, und dem Chef der Armee, General Salvatore Farina, ist auch der Parteichef der in Rom mitregierenden Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti, darunter. Es gehe ihm gut, er müsse aber zunächst zu Hause in Quarantäne bleiben, erklärte der 54-Jährige in einem Video bei Facebook. Ende Februar hatte der Politiker sich noch in Mailand in der schwer betroffenen Region Lombardei demonstrativ beim Aperitif gezeigt und betont, Panik sei fehl am Platz.

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Frankreich - Nationalversammlung pausiert geplant

Die Nationalversammlung Frankreichs, das Unterhaus des Parlaments, meldet fünf von der Lungenkrankheit betroffene Abgeordnete. Auch zwei Mitarbeiter haben sich angesteckt. Die Nationalversammlung pausiert unabhängig vom Virus bis zum 22. März - dadurch reduziert sich die Zahl der Mitarbeiter und Abgeordneten im Haus ohnehin stark.

Iran - mehrere Offizielle gestorben

Besonders schwer betroffen ist der Iran. Lokalen Medien zufolge sind mindestens acht Offizielle an der Lungenkrankheit gestorben. Neben dem ehemaligen Vizeaußenminister Hussein Scheicholeslam gehören die neugewählte Abgeordnete Fatemeh Rahbar und ein Berater des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu den Opfern.

14 weitere Offizielle wurden positiv getestet - darunter der Vizegesundheitsminister Iradsch Haritschi sowie Vizepräsidentin Massumeh Ebtekar.

Mitglieder des Europäischen Parlaments sitzen während einer Abstimmung im Straßburger Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

Mitglieder des Europäischen Parlaments sitzen während einer Abstimmung im Straßburger Plenarsaal des Europäischen Parlaments.

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Brüssel - Parlament zieht nicht nach Straßburg

Am Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel sind bislang noch keine Fälle erkrankter Politiker bekannt. Allerdings bremsen einige Vorsichtsmaßnahmen dort den Politikbetrieb. Das Europaparlament tagt diese Woche in Brüssel statt in Straßburg, um viele Reisen, etwa von Mitarbeitern, zu vermeiden. Der liberale Fraktionschef Dacian Cioloș soll Parlamentspräsident Daniel Sassoli aufgefordert haben, die Sitzung ganz abzusagen oder auf die wesentlichen Punkte zu beschränken. Der EU-Ministerrat schränkt die Zahl der Treffen ein, davon sind auch Arbeitsgruppen und Vorbereitungsgremien betroffen, in denen Beamte und Diplomaten arbeiten.

RND/cle/dpa

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