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Reisen in die USA – nur noch mit Impfung und tagesaktuellem Test

  • Die Omikron-Variante bringt den amerikanischen Präsidenten politisch weiter unter Druck.
  • Neue Lockdowns will Joe Biden möglichst vermeiden, seine Impfpflichten werden von den Republikanern bekämpft.
  • Nun werden die Testregeln für Reisende verschärft, und Maskenmuffeln drohen deftige Strafen.
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Washington. Es war nur eine Frage der Zeit. Seit Tagen hatten Expertinnen und Experten gewarnt, dass sich die neue Omikron-Variante des Coronavirus wahrscheinlich auch schon in den USA befände. Am Mittwoch kam die offizielle Bestätigung: In Kalifornien war die Variante bei einer zweifach geimpften, aber nicht geboosterten Person entdeckt worden, die in der vorigen Woche aus Südafrika eingereist war und bislang unter milden Symptomen leidet.

Der Fall macht eindrücklich klar, dass in den USA für eine Entwarnung, die mancher aus den sinkenden Oktoberzahlen herauslesen wollte, kein Anlass besteht. Im Gegenteil: Bereits vor Entdeckung der Omikron-Variante zeigte die Infektionskurve wieder nach oben. Der aktuelle Wert von 86.000 neuen Fällen im Sieben-Tages-Durchschnitt ist nach Expertenmeinung wegen des Thanksgiving-Feiertages deutlich unterzeichnet. Gleichzeitig dümpelt die Impfquote mit lediglich 59 Prozent deutlich unter dem deutschen Niveau.

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Das setzt den von schlechten Umfragewerten geplagten Präsidenten politisch massiv unter Druck. Immerhin hatte Joe Biden die Bekämpfung der Corona-Pandemie zu seinem zentralen Wahlkampfversprechen gemacht. Am Donnerstag wollte er sich im Nationalen Gesundheitsinstitut an die Öffentlichkeit wenden.

Doch die Maßnahmen, die das Weiße Haus ergreift, wirken eher zaghaft: So sollen die Einreisebestimmungen verschärft, eine neue Booster-Kampagne gestartet und die Verbreitung von Selbsttests gefördert werden. Doch vorerst soll es weder einen Lockdown, noch neue Impfpflichten oder eine Quarantänepflicht für Reisende geben.

Für Reisende aus Afrika ist die Grenze dicht

Unmittelbar nach Bekanntwerden des ersten Omikron-Falls in Südafrika hatten die USA ihre Grenzen für Reisende aus acht Ländern des südlichen Afrikas dichtgemacht. „Das verschafft uns Zeit, um zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen“, hatte Biden die umstrittene Restriktion begründet. Aus dem Rest der Welt kommen seit Anfang November praktisch nur noch geimpfte Ausländerinnen und Ausländer ins Land.

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Joe Biden, Präsident der USA, erhält während einer Veranstaltung im South Court Auditorium auf dem Campus des Weißen Hauses eine dritte Impfdosis, eine sogenannte Auffrischungsimpfung. © Quelle: Evan Vucci/AP/dpa

Künftig müssen diese – wie auch amerikanische Staatsangehörige – vor dem Abflug einen maximal 24 Stunden alten negativen Covid-Test vorlegen. Bislang betrug die Frist drei Tage. Eine in der Regierung diskutierte einwöchige Quarantänepflicht nach Einreise in die USA, die von den Behörden schwer zu kontrollieren wäre, soll es aber vorerst nicht geben.

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Er setze „nicht auf Shutdowns oder Lockdowns“, sondern wolle die Pandemie mit „Impfen, Boostern und Tests“ bekämpfen, kündigte Biden an. So sollen die Versicherungen künftig die Kosten für die in den USA relativ teuren und schwer erhältlichen Selbsttests übernehmen. Die massiv propagierte Auffrischungsimpfung wird inzwischen an 80.000 Standorten im Land angeboten, darunter bei vielen Drogerieketten. Die Maskenpflicht für Flugzeuge, Bahnen und öffentliche Busse wird verlängert, das Mindestbußgeld bei Verstößen auf 500 Dollar heraufgesetzt.

Zudem fordert der Präsident die Unternehmen auf, ihre Beschäftigten zur Immunisierung zu drängen. Eine von ihm erlassene Impfpflichtverordnung für Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern, die am 4. Januar in Kraft treten soll und 84 Millionen Menschen betreffen würde, stößt freilich auf massive Gegenwehr der Republikaner. Nicht nur haben die Konservativen in verschiedenen Bundesstaaten dagegen geklagt und teilweise in erster Instanz recht bekommen. Sie blockieren im Senat auch die staatlichen Mittel zur Entschädigung der Unternehmen für die Test- und Impfkosten.

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