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Intensivstationen an der Belastungsgrenze: Corona-Lage in Bayern spitzt sich zu

Ein Schild mit der Aufschrift „Bitte Abstand halten“ hängt an der Tür einer Gaststätte in der Ortschaft Miesbach. Der Landkreis Miesbach ist derzeit einer der vom Coronavirus am stärksten betroffenen Landkreise in Deutschland (Symbolbild).

Ein Schild mit der Aufschrift „Bitte Abstand halten“ hängt an der Tür einer Gaststätte in der Ortschaft Miesbach. Der Landkreis Miesbach ist derzeit einer der vom Coronavirus am stärksten betroffenen Landkreise in Deutschland (Symbolbild).

In Bayern spitzt sich die Corona-Lage zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in dem südlichen Bundesland am Mittwoch laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 228,4 Fällen pro 100.000 Einwohner. Außerdem verzeichnete der Freistaat weitere 45 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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Die bayerische Staatsregierung will am Mittwoch auf die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen reagieren und Verschärfungen bei den Eindämmungsmaßnahmen beschließen. Unter anderem soll die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler im Unterricht wieder eingeführt und die Krankenhausampel als Indikator für die Auslastung der Kliniken – bisher nur landesweit verfügbar – regionalisiert werden.

Außerdem hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagen, den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen in den Hotspots nur noch für Geimpfte und Genesene (2G) zuzulassen. Hierbei kamen ihm die besonders betroffenen Kommunen der Landesregierung allerdings bereits zuvor.

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Freie Wähler sprechen sich gegen Maskenpflicht an Schulen aus

Die Freien Wähler im bayerischen Landtag haben sich vor der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch gegen eine Rückkehr zur Maskenpflicht für Schüler am Sitzplatz ausgesprochen. „Wir Freien Wähler sehen es sehr skeptisch, wieder eine generelle und flächendeckende Maskenpflicht an Schulen einzuführen“, sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Fabian Mehring der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwochausgabe).

„Noch ist die Schwelle für weitere Schutzmaßnahmen an Schulen nicht erreicht“, sagte der Abgeordnete weiter. „Wenn wir jetzt die Maskenpflicht einführen und sich die Lage dann Richtung Winter weiter verschärft, haben wir ganz schnell wieder die Debatte, Schulen komplett zu schließen.“ Die Maskenpflicht im Unterricht war in Bayern erst Anfang Oktober aufgehoben worden.

Niederbayern ergreift striktere Maßnahmen

Niederbayern hat angesichts steigender Infektionszahlen seine Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie am Dienstag verschärft. Diese gelten ab Mittwoch in den neun Landkreisen Kelheim, Landshut, Regen, Deggendorf, Straubing-Bogen, Dingolfing-Landshut, Rottal-Inn, Passau, und Freyung-Grafenau sowie in den drei kreisfreien Städten Passau, Straubing und Landshut, wie die Regierung von Niederbayern am Dienstag mitteilte.

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Zu den Maßnahmen gehört eine FFP2-Maskenpflicht in allen Bereichen, in denen bislang eine medizinische Maske getragen werden musste – also beispielsweise in Supermärkten und dem Einzelhandel, im ÖPNV sowie in Freizeiteinrichtungen. Auch die Zugangsregeln werden verschärft. Wo bislang 3Gplus galt, also nur eine PCR-Testung zulässig war, ist künftig 2G vorgeschrieben. In Diskotheken etwa ist dann also nur noch der Eintritt für Geimpfte und Genesene möglich. Die Quarantäne für enge Kontaktpersonen von Infizierten dauert zehn Tage – ohne vorzeitiges Freitesten.

„Die Situation in den niederbayerischen Krankenhäusern wird zunehmend dramatisch“

Diese Maßnahmen sind das Ergebnis einer Besprechung von Landräten und Oberbürgermeistern mit Regierungspräsident Rainer Haslbeck. „Die Situation in den niederbayerischen Krankenhäusern wird zunehmend dramatisch. Die medizinische Versorgung von Intensivpatienten steht auf der Kippe. Das betrifft das Opfer eines Verkehrsunfalls genauso wie den Corona-Patienten. Wir stehen vor weiteren harten Monaten dieser Pandemie und müssen handeln.“ Wer sich nicht an die Maßnahmen halte, müsse mit deutlichen Sanktionen rechnen, hieß es.

Auch in anderen bayerischen Landkreisen füllen sich die Intensivstationen der Krankenhäuser. Am Dienstag meldeten 40 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte, weniger als 10 Prozent freie Intensivbetten zur Verfügung zu haben. In 23 Kommunen war kein einziges Intensivbett mehr frei, wie aus dem täglich aktualisierten Intensivregister hervorgeht. Bayernweit lagen 455 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, fast 200 mehr als vor zwei Wochen.

Am Freitag hatten bereits mehrere besonders stark betroffene Landkreise Südbayerns und die Stadt Rosenheim entsprechende Maßnahmen beschlossen.

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RND/sic/dpa

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