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Impfangebote für Jugendliche beschlossen: Gesundheitsminister widersetzen sich Impfkommission

  • Die Gesundheitsminister haben am Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.
  • Im Mittelpunkt standen dabei mögliche Impfungen für Jugendliche und eine dritte Impfung für Risikogruppen.
  • Die Gesundheitsminister widersetzen sich mit ihrem Beschluss der Stiko.
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Berlin. Die Gesundheitsminister und -ministerinnen von Bund und Ländern wollen entgegen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission Jugendlichen ab zwölf Jahren ein breites Angebot an Corona-Impfungen ermöglichen. Man habe einstimmig beschlossen, dass nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen und -kolleginnen. „Wir glauben nicht, dass das im Gegensatz zur Empfehlung der Stiko steht.“ Diese habe immer gesagt, dass eine Impfung auch für diese Personen nach Beratungsgesprächen möglich sei. „Wir halten es für richtig und wichtig, gut vorbereitet in den Herbst zu gehen mit diesem Impfangebot. Die Betonung liege auf Angebot, sagte er weiter.

Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. Für Jugendliche und junge Erwachsene an Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impfangebote geplant.

Auffrischungsimpfungen für gefährdete Gruppen

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Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen.” Auch Zwölf- bis 17-Jährige, die sich nach ärztlicher Aufklärung für eine Impfung entscheiden, könnten sich und andere schützen. Mit der Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung im September sollten zudem besonders gefährdete Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden. „Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten.“

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßte die Beschlüsse der Gesundheitsminister und -ministerinnen. „Beide Beschlüsse sind richtig und sehr wertvoll. Die Impfung der Kinder schützt den Lernerfolg des Schuljahres. Die Drittimpfung der Älteren schützt diese vor Impfgegnern. Ein guter Tag gegen die Delta-Variante“, schrieb er auf Twitter.

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Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte im Mai den Impfstoff von Biontech/Pfizer ab zwölf Jahren zugelassen. Erst vor wenigen Tagen gab sie auch den Impfstoff von Moderna frei. Die Ständige Impfkommission empfiehlt bislang allerdings keine Impfungen für Kinder und Jugendliche. Ausgenommen sind jene mit einem höheren Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Vorerkrankungen. Eltern und Kinder können sich individuell nach ärztlicher Beratung aber trotzdem für eine Impfung entscheiden. Zuletzt hatten wegen der grassierenden Delta-Variante immer wieder Politiker und Politikerinnen die Stiko aufgefordert, Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche zu empfehlen.

RND/cz/dpa

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