Virologe empfiehlt bei Corona-Impfung von Kindern Zurückhaltung

  • Der Erlanger Virologe Klaus Überla rät von flächendeckenden Impfungen von Kindern und Jugendlichen vorerst ab.
  • Noch sei die Datenbasis über etwaige gesundheitliche Nebenwirkungen zu dünn, sagt er.
  • Nur bei Kindern mit Vorerkrankungen sei der Nutzen offenkundig.
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Berlin. Der Virologe Klaus Überla, Professor an der Universität Erlangen und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), hat für Zurückhaltung bei der Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen plädiert, bis mehr Klarheit über etwaige gesundheitliche Nebenwirkungen herrscht.

„Natürlich ist es zum Aufbau einer möglichst umfassenden Bevölkerungsimmunität sinnvoll, auch Kinder in das Impfkonzept einzubeziehen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dabei sollte bei der Risiko-Nutzen-Abwägung für das individuelle Kind aber auch der Nutzen der Impfung überwiegen.“ Bei Kindern mit entsprechenden Vorerkrankungen sei der Vorteil vielfach offenkundig, so Überla. Bei gesunden Kindern hingegen seien die Risiken des Nichtimpfens gering und die Risiken des Impfens nicht ausreichend bekannt.

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Bei den gegenwärtig abnehmenden Infektionszahlen sinke das Risiko des Nichtimpfens zudem weiter. Und schließlich würden weltweit zunehmend Jugendliche geimpft, sodass bald mit einer verlässlicheren Datenbasis zur Sicherheit der Impfung bei Jugendlichen zu rechnen sei.

Der Virologe betonte: „Daher sollten wir mit der generellen Impfung aller gesunden Jugendlichen noch etwas abwarten, aber individuelle Entscheidungen für die Impfung nach entsprechender Aufklärung ermöglichen.“

Ähnlich hatte sich zuvor bereits der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens geäußert. Er warb um Verständnis für die zögerliche Haltung bei Kinderimpfungen gegen Corona. „Den Kindern bietet man ja kein Lakritzbonbon an, das ist ein medizinischer Eingriff, und der muss eben entsprechend indiziert sein“, sagte Mertens im NDR.

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