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Ab September: Risikopatienten können Auffrischimpfung bekommen

  • Zum besseren Schutz der Risikopatienten haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, dass eine Auffrischimpfung möglich sein soll.
  • Ab September soll den entsprechenden Personen eine weitere Dosis angeboten werden.
  • Das gilt auch für Personen, die mit den Vakzinen Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden.
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Menschen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, haben ab September die Möglichkeit eine erste Auffrischimpfung zu bekommen. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag in einer gemeinsamen Konferenz beschlossen. „Denn für sie ist das Risiko eines nachlassenden Impfschutzes am größten”, sagt der bayerische Ministerpräsident Klaus Holetschek im Anschluss gegenüber der Presse.

Damit handeln die Politikerinnen und Politiker auf Rat der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. So erwarten Fachleute, dass eine Schutzauffrischung zuerst bei Menschen fällig werden dürfte, deren Immunsystem nicht so gut auf eine Impfung anspricht – etwa wegen Alters oder Erkrankungen. Und bei solchen Risikogruppen liegen die Impfungen seit Jahresbeginn schon am längsten zurück.

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Sie sollen daher nun ab September auch zuerst eine weitere Spritze angeboten bekommen, „in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie”: über mobile Teams in Pflegeeinrichtungen und die behandelnden Ärzte für alte und pflegebedürftige Menschen zu Hause. Eingesetzt werden sollen die Mittel von Biontech und Moderna. Ein Auffrischungsangebot damit soll auch Menschen gemacht werden, die schon einmal vollständig mit den Mitteln von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden.

Lauterbach begrüßt Entscheidung im Kampf gegen Delta

Auffrischimpfstoffe, die neue Virusvarianten wie Delta besser abdecken sollen, sind in Arbeit. Der Charité-Impfexperte Leif Sander erklärte kürzlich, es sei aber auch bei den verfügbaren Impfstoffen mit einem „sehr guten Schutz” und wahrscheinlich deutlich angehobener Immunantwort nach Auffrischung zu rechnen.

Zunächst lässt Experten zufolge der Antikörperschutz auf den Schleimhäuten nach, weshalb Geimpfte nach einiger Zeit wieder mehr zur Virusverbreitung beitragen könnten. Der Schutz vor schweren Verläufen, gerade bei Gesunden, wird als länger anhaltend eingeschätzt.

Die Entscheidung von Bund und Ländern begrüßt auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Die Drittimpfung der Älteren schützt diese vor Impfgegnern. Ein guter Tag gegen die Delta-Variante”, schrieb er auf Twitter.

Darüber hinaus haben die Gesundheitsminister beschlossen, allen Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren ein Impfangebot zu machen. Diese Entscheidung fiel laut Holetschek einstimmig. Damit widersetzen Bund und Länder sich dem Rat der Ständigen Impfkommission (Stiko), die bisher von einer generellen Empfehlung abgesehen haben.

In Deutschland sind (Stand: 1. August) mehr als 52 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mehr als 61 Prozent haben mindestens einen schützenden Piks erhalten. Die Quoten in den Bundesländern gehen zum Teil weit auseinander. Während sich in Bremen gut 70 Prozent der Menschen mindestens einmal impfen lassen haben, sind es in Sachsen lediglich 52 Prozent.

RND/dpa/ch

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