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Ein Arzt soll bis zu 96 Menschen pro Tag impfen können

  • Die Bundesregierung hat einen detaillierten Plan vorgelegt, wie die Impfungen bundesweit organisiert werden sollen.
  • Die Experten rechnen damit, dass bis zu sieben verschiedene Impfstoffe in Europa eine Zulassung bekommen.
  • In der ersten Phase sollen eigene Impfzentren eingerichtet werden – medizinisches Personal soll aus verschiedenen Bereichen abgezogen werden.
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Berlin. Mit Blick auf die Impfungen gegen das Coronavirus im kommenden Jahr gibt es für die Patienten eine gute Nachricht: Die Wartezeiten sollen angesichts der Ansteckungsgefahr gering ausfallen. Binnen 15 Minuten soll ein Impfwilliger den schützenden Pieks erhalten können. Das geht aus den „Empfehlungen für die Organisation und Durchführung von Impfungen gegen Sars-CoV-2“, hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Das 24-seitige Papier enthält eine detaillierte Übersicht, wie die Impfungen bundesweit laufen sollen.

Unterteilt wird in drei Phasen. In den ersten beiden Phasen, wenn der Impfstoff noch begrenzt ist und sich wahrscheinlich hohe Anforderungen an die Lagerung wie zum Beispiel eine Kühlung bei minus 60 Grad stellen, sollen Impfzentren die Arbeit übernehmen. Bekannt ist ja bereits, dass nach einer durch die Ständige Impfkommission (Stiko) festgelegten Priorisierung geimpft werden soll. Zuerst sollen Menschen aus Risikogruppen sowie Gesundheitspersonal und Angehörige von in der Pandemie besonders wichtigen Berufsgruppen geimpft werden.

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Fünf Minuten pro Patient

Anfangs wird der Impfstoff auch nur in Mehrdosenbehältnissen lieferbar sein. Für Arztpraxen, die in der dritten Phase die Impfungen übernehmen sollen, ist das unpraktisch. Sie benötigen für jeden Patienten eine Einzeldosis, die erst später zur Verfügung stehen wird. Den niedergelassenen Medizinern soll auch die Lagerung bei so großen Minustemperaturen erspart bleiben.

Nach Berechnung der Experten im Bundesgesundheitsministerium benötigt ein Arzt mindestens fünf Minuten pro Person zur Impfung. „Die Aufklärung kann ausschließlich durch ärztliches Personal erfolgen – im Gegensatz etwa zur Impfung an sich, die an geschultes medizinisches Assistenzpersonal delegiert werden kann“, heißt es in dem Papier. Nach dieser Berechnung kann ein Arzt in einem Achtstundentag bis zu 96 Patienten impfen.

Sieben verschiedene Impfstoffe

„Mittelfristig“, so heißt es in dem Papier, würden mehrere Impfstoffe in der EU zur Verfügung stehen. Aufgelistet sind insgesamt sieben, darunter der des deutschen Entwicklers Biontech und des US-Pharmakonzerns Moderna, der an diesem Montag eine 94-prozentige Wirksamkeit seines Impfstoffes bekannt gegeben hat.

Logistisch wird das Einrichten der Impfzentren ein Kraftakt für Bund, Länder und Kommunen. Das Papier sieht eine lange Liste von Institutionen vor, die personell und organisatorisch helfen sollen. Dazu zählen unter anderem: der Öffentliche Gesundheitsdienst, niedergelassene Ärzte und ihre Organisationen, Kliniken, Bundeswehr und Hilfsorganisationen wie DRK und THW. Für die Beherbergung der Zentren kommen den Plänen der Bundesregierung zufolge neben großen Hallen auch Kirchen, Zelte und Container in Frage.

RND

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