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Ethikrat-Mitglied: Mehr Spielraum für Ärzte bei Impfreihenfolge

  • Ein Mitglied des Ethikrats hat mehr Spielraum für Hausärzte bei der Impfreihenfolge gefordert.
  • Wolfram Henn glaubt, dass die Ärzte mit Blick auf ihre Patienten am besten entscheiden könnten, wer eine Impfung am nötigsten braucht.
  • Er forderte, keine „bürokratischen Schraubenschlüssel“ ins Getriebe zu werfen.
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Berlin. Das Ethikratmitglied Wolfram Henn hat mehr Spielraum für Hausärzte bei der Impfreihenfolge gefordert, sobald der Corona-Impfstoff in den Praxen verfügbar ist.

Grundsätzlich sei es richtig, an der Impfpriorisierung festzuhalten, aber: „Je mehr Impfstoff verfügbar wird, desto stärker kann man die weiterhin bestehenden ethischen Kriterien individualisieren“, sagte Henn am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Sobald Hausärzte mitimpfen dürfen, sollte die Entscheidung in den Praxen liegen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen bis spätestens Mitte April an. Ziel sei, frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten.

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Als konkretes Beispiel nannte Henn etwa eine Hausärztin, „die es einfach besser weiß, als ein ministeriell vorgegebenes Schema, ob der 69-jährige schwer lungenkranke Mensch dringender den Impfstoff braucht, als der 71-jährige Marathonläufer“. Deshalb werbe Henn für Vertrauen in die Hausärzte.

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Gleichzeitig warnte das Ethikratmitglied vor zu viel Vorgaben und Kontrolle in der Debatte über die Priorisierung. Man dürfe keinen „bürokratischen Schraubenschlüssel“ ins Getriebe werfen und sollte stattdessen gewisse Freiheitsgrade lassen.

RND/dpa

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