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Ärztepräsident: Krisenstab soll Impfstoffbeschaffung und Verteilung übernehmen

„Entscheidend ist nicht, was in den Bestellbüchern steht, sondern was am Ende bei den Ärztinnen und Ärzten vor Ort ankommt“, sagt Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und Facharzt für Allgemeinmedizin.

Berlin. Nach den Aussagen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über einen Impfstoffmangel hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt die Ampelkoalition aufgefordert, die Impfstoffbeschaffung und -verteilung auf den neuen Krisenstab im Kanzleramt zu übertragen. „Der Krisenstab sollte bestenfalls die Verantwortung für den gesamten Prozess von der Bestellung bis zur Auslieferung der Impfstoffe übernehmen“, sagte Reinhardt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Denn entscheidend ist nicht, was in den Bestellbüchern steht, sondern was am Ende bei den Ärztinnen und Ärzten vor Ort ankommt“, so Reinhardt. Und das reiche im Moment nicht aus, um kurzfristig alle, die es wollten, zu impfen. „Gerade vor dem Hintergrund der neuen Omikron-Variante drängt die Zeit, möglichst vielen Menschen Erst-, Zweit und auch Drittimpfungen anzubieten“, mahnte der Ärztepräsident.

„Die Lage ist ernst“, betonte der Mediziner. „Unabhängig von der Frage nach den Verantwortlichkeiten muss man feststellen, dass wieder ein erhebliches Logistikversagen vorliegt“, kritisierte er. Die neue Bundesregierung müsse sich jetzt darauf fokussieren, gemeinsam mit dem Krisenstab unter General Carsten Breuer die Impfstoffbeschaffung und -verteilung in Deutschland endlich in den Griff zu bekommen, forderte der Ärztepräsident.

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„Frustpotential ist hoch“

Der Deutsche Hausärzteverband warnte vor ernsten Folgen eines erneuten Impfstoffmangels. „Die Verknappung des Impfstoffs löst in den Hausarztpraxen und bei den Patientinnen und Patienten Stress aus, weil erst wenige Tage vor dem Impftermin Gewissheit herrscht, ob ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Teilweise müssen dann schon geplante Termine umgebucht oder abgesagt werden. Das Frustpotential ist dann auf alle Seiten hoch“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem RND.

Lauterbach erwartet nach Inventur Impfstoffmangel ab Anfang 2022

Kurz nach Amtsantritt verschafft sich der neue Gesundheitsminister einen Überblick über den Vorrat an Corona-Impfstoffen.

„Es ist leider nicht so, dass wir eine solche Situation nicht kennen würden. Bis auf den Spätsommer und Frühherbst, als sich nur noch wenige Leute impfen lassen wollten, war der Impfstoff zu jedem Zeitpunkt der Impfkampagne ein knappes Gut“, fügte er hinzu.

Ärztepräsident Reinhardt: Ungeimpftenquote verharrt bei 30 Prozent

Schon seit vielen Wochen wünschten sich die Hausärztinnen und Hausärzte, dass sie die Menge an Impfstoff, die sie bestellten, auch geliefert bekämen. „Zum Teil erhalten sie aber nur die Hälfte“, kritisierte Weigeldt. Dabei sei die bestellte Menge an Impfstoff ein zentraler Baustein der Impfkampagne.

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Er forderte die Ampel-kalition zudem auf, ihre Anstrengungen zur Immunisierung von bisher Ungeimpften zu verstärken. „Bei all dem dürfen wir nicht die Ungeimpften aus den Augen verlieren. Seit Wochen reden wir davon, dass die Zahl der Ungeimpften substantiell gesenkt werden muss, und dennoch verharrt ihre Quote fast unverändert bei knapp 30 Prozent“, mahnte der Mediziner.

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