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  • Corona: Impfpriorisierung soll im Juni fallen – viele Bundesländer fangen schon früher an

Diese Impfpriorisierungen gelten in den Bundesländern

  • Im Juni soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland fallen.
  • In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen dürfen Hausärzte allerdings schon früher Impfwillige mit allen Vakzinen impfen, in Niedersachsen wird der Impfstoff hingegen knapp.
  • Die aktuellen Regeln in den Bundesländern im Überblick.
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Berlin. Schon in wenigen Wochen soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland fallen. Im Juni könnten sich alle Menschen um einen Termin für die Impfung gegen das Coronavirus bemühen, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende April.

Einige Länder kündigten am Donnerstag jedoch eine noch frühere Aufhebung der Priorisierung schon für Mai an. Demnach sollen Hausärzte unabhängig von der Impf-Reihenfolge alle Vakzine impfen dürfen. Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig für alle freigegeben.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte die Freigabe aller Corona-Impfstoffe in Arztpraxen. Solange es nicht genügend Impfstoff gebe, setze die Politik mit einer solchen Entscheidung einen „Spaltpilz“ in die Gesellschaft, sagte Vorstand Eugen Brysch.

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Wie aus einer Umfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hervorgeht, bereiten sich viele Bundesländer auch auf den zu erwartenden riesigen Andrang an Impfwilligen vor.

Berlin hebt Priorisierung teilweise ab Montag auf

In Berlin soll die Priorisierung bereits ab Montag teilweise aufgehoben werden, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit mitteilte. Demnach sollen die Menschen unabhängig von Alter, Vorerkrankung und Beruf eine Corona-Impfung bei Haus- und Betriebsärzten erhalten können. In den Impfzentren soll es aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben.

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Relevant ist die Ankündigung insbesondere für die Vergabe der mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Für Astrazeneca hatte Berlin die Priorisierung bereits am 22. April aufgehoben. Berlins Impfkampagne stützt sich auf die Corona-Impfzentren, mobile Impfteams sowie das Impfen in den Kliniken und in den Arztpraxen.

Brandenburg will Prioritätsgruppe 3 freigeben

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Brandenburg will mehr Menschen im Land ein Impfangebot gegen das Coronavirus machen und dafür die Prioritätsgruppe 3 vollständig freigeben. Davon könnten etwa Apotheker und Mitarbeiter im Einzelhandel profitieren. Die Zahl der Impfberechtigten im Land würde sich nach Angaben des Ministeriums um 500.000 erhöhen.

Eine komplette Aufhebung der Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten ist in Brandenburg derzeit nicht geplant. Nur für den Impfstoff von Astrazeneca ist die Priorisierung im Land bereits aufgehoben.

Bayrische Hausärzte dürfen bald alle impfen

Auch in Bayern soll die Priorisierung in den Hausarztpraxen bereits ab nächster Woche fallen. Ministerpräsident Markus Söder kündigte an, dass Bayerns Hausärzte in der kommenden Woche mit allen Vakzinen unabhängig von der Impf-Reihenfolge impfen dürfen. In den Impfzentren soll es aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen anhand von Vorerkrankungen und Berufsgruppen bleiben.

Zudem kündigte Söder an, mobile Impfteams in Supermärkte zu schicken. Er sagt der Zeitung „Welt“: „Generell gilt: Wir brauchen Ärzteteams, die in mobilen Impfstationen in Supermärkten impfen können. Auch in Apotheken sollte geimpft werden. Es darf kein Impfstoff liegen bleiben, und vor Ort muss es schnell gehen – ohne lange Wartezeiten.“

In Baden-Württemberg können die Ärzte ab Montag vollständig selbst entscheiden, wer die Impfung gegen das Coronavirus zuerst bekommt. Auch Sachsen hebt die Impfpriorisierung in den Arztpraxen für alle Corona-Impfstoffe ab dem 24. Mai auf.

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Thüringen eröffnet weiteres Impfzentrum

Das Bundesland Thüringen eröffnet im Juni ein weiteres überregionales Impfzentrum mit vier Impfstrecken, um noch mehr Impfungen vornehmen zu können, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Schleswig-Holstein hingegen bleibt bei den bereits bestehenden Impfzentren, möchte aber zunehmend Ärzte in die Impfkampagne einbeziehen. In beiden Ländern gelten nach derzeitigen Stand weiterhin bis Juni die Priorisierungen.

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Bereits die erste Dosis eines Impfstoffs kann einer Studie zufolge das Risiko deutlich reduzieren, das Coronavirus im eigenen Haushalt weiterzutragen.  © dpa

Das Saarland und Hessen setzen auf mehrere Säulen in der Impfkampagne, darunter die Impfzentren und damit verbunden die mobilen Impfteams sowie die Hausarztpraxen. Zusätzlich möchten sie, sobald die Impfpriosierung wegfällt, die Betriebsärzte mit einbinden.

Sachsen-Anhalt plant auch zukünftig mit dem Einsatz von Impfzentren. Änderungen an der bisherigen Infrastruktur seien bislang aber nicht geplant, hieß es seitens einer Sprecherin des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt. Ähnliches gilt für Mecklenburg-Vorpommern: Das Bundesland setzt weiterhin auf Impfzentren, mobile Impfteams und Impfungen beim Hausarzt.

Hamburg schließt weitere Impforte nicht aus

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In Hamburg können Menschen mit Erkrankungen wie Asthma, Diabetes und auch HIV-Infizierte ab Montag einen Impftermin noch im Mai buchen.

Das Land möchte außerdem zusätzlich in Krankenhäusern impfen lassen – und schließt weitere Impforte nicht aus. Dafür müssten „ein geeignetes Terminmanagement, eine angemessene Umgebung für die Durchführung und die nötige Dokumentation“ gewährleistet sein, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde.

Zu den Hausärzten kommen auch in Nordrhein-Westfalen Impfungen durch mobile Teams und in Krankenhäusern hinzu.

Niedersachsen setzt Erstimpfungen aus

Niedersachsen plant weiterhin mit dem Einsatz der Hausärzte und Impfzentren. Zudem werden derzeit „Modellversuche für Impfungen in ausgesuchten Betrieben“ vorbereitet, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit.

Allerdings können in dem Bundesland aufgrund von Lieferengpässen in den kommenden Tagen keine Erstimpfungen mit Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht werden. Derzeit können die mRNA-Vakzine der beiden Hersteller deshalb nur für Zweitimpfungen bereitgestellt werden, teilte das Ministerium den Impfzentren in einem Schreiben mit. Ab Juni sollen dann wieder Erstimpfungen möglich sein.

In Rheinland-Pfalz und Bremen werden gerade verschiedene Optionen für die Impfkampagne ab Juni diskutiert. Rheinland-Pfalz schließt weitere Impfstationen nicht aus und prüft diese Option gerade. Bremen plant außerdem eine Impfoffensive in sozialen Brennpunkten. So erklärt der Pressesprecher der Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) dem RND: „Wir wollen … in der nächsten Zeit dezentrale Impfangebote, vor allem in strukturell benachteiligten Stadtteilen, anbieten.“

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