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  • Corona-Impfgipfel: Impfstrategie für Kinder und Jugendliche - so planen die Bundesländer

Vor Impfgipfel: So planen die Bundesländer das Impfen von Kindern

  • Heute beraten Bund und Länder über die Impfstrategie für Kinder und Jugendliche.
  • Obwohl die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch fehlt, bereiten sich die Bundesländer unterschiedlich vor.
  • Die Planungen der Länder in der Übersicht.
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Berlin. Vor dem Impfgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag gibt es weiter Diskussionen über Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Während sich andeutet, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) keine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder abgeben könnte, gab es auf der anderen Seite Forderungen nach einem schnellen Impfangebot.

So planen die Länder

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums im Saarland erklärte, es gebe zwar bereits interne Vorbereitungen. Einen Fahrplan und nähere Angaben könnten aber erst gemacht werden, wenn klar sei, wann die Impfung von Kindern ab zwölf Jahren zugelassen werde.

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Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er teilte mit, dass an der Konkretisierung des Impf-Vorgehens derzeit gearbeitet werde. Auch Hamburg zeigt sich zurückhaltend. „Wir warten erst einmal das ab, was die EU sagt“, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer.

Mecklenburg-Vorpommern will mindestens 65 Prozent seiner Schüler ab einem Alter von zwölf Jahren zeitnah impfen und hat dazu die Lieferung von 64.450 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer beim Bund beantragt. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte, das Bildungsministerium in Schwerin werde die Eltern anschreiben und ermitteln, wie hoch die Impfbereitschaft sei.

Hessen will Schüler bis zu den Sommerferien erstimpfen

Hessen strebt an, die Erstimpfungen der Schüler ab 28. Juni bis zum Beginn der Sommerferien am 19. Juli durchzuführen. Voraussetzung sei allerdings neben der Zulassung für den Impfstoff auch die Empfehlung der Stiko.

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Zudem müsse das Land sicher mit dem vom Bund zugesagten zusätzlichen Impfstoff rechnen können, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dann in einem Impfzentrum registrieren können oder vom Kinder-, Jugend- oder Hausarzt geimpft werden.

Auch Rheinland-Pfalz will seine Entscheidung, ob und wann Kinder und Jugendliche geimpft werden können, von der Empfehlung der Stiko abhängig machen. „Wir sind vorbereitet“, sagte der neue Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir könnten direkt loslegen: in den Impfzentren und bei den Kinderärzten.“

Sachsen bereitet Imfpungen in Arztpraxen und Impfzentren vor

Ähnlich äußert sich auch Schleswig-Holstein. Bisher liege weder die EMA-Zulassung noch eine Empfehlung der Stiko vor - beides sei aber wichtig für einen möglichen Impfstart bei Kindern und Jugendlichen. „Gleichwohl bereitet sich Schleswig-Holstein intensiv und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten weiter darauf vor, ein Impfangebot für Jugendliche machen zu können.“

In Sachsen laufen die Vorbereitungen für die Corona-Schutzimpfungen von Kindern und Jugendlichen bereits. Reihenimpfungen oder Impfungen in Schulen seien aber nicht vorgesehen, hieß es auf Anfrage im Gesundheitsministerium. Den Angaben zufolge sollen die Impfungen bei niedergelassenen Ärzten oder in den Impfzentren erfolgen.

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Für Bayern erklärte ein Ministeriumssprecher: „Wir erarbeiten aktuell ein Konzept, um diese Impfungen so schnell wie möglich nach Zulassung zu starten.“ Es seien verschiedene Modelle denkbar, bei denen sowohl die Ärzte als auch die Impfzentren eingebunden werden.

Bremen plant mit mobilen Teams in Schulen

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Stiko: Schulöffnungen auch ohne Impfung der Kinder möglich
2:19 min
Am Donnerstag will der Impfgipfel in Berlin mit der Lage von Kindern und Jugendlichen befassen. Die Ständige Impfkommission will sich noch nicht festlegen.  © Reuters

Sachsen-Anhalt erarbeitet laut dem Sozialministerium derzeit das Konzept für die Impfangebote für Kinder und Jugendliche. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, die Impfzentren würden dabei gebraucht. „Das werden wir nicht über die Hausarztpraxen und Kinderarztpraxen hinbekommen.“ Nach der Zulassung des Impfstoffes für diese Altersgruppe könnten die Impfungen für Schüler bis Ende August möglich sein.

Schon vor einer Zulassung von Impfstoffen bereitet sich Bremen auf die Impfung von Jugendlichen gegen das Coronavirus vor. Die Jugendlichen sollen vor allem in den Impfzentren geimpft werden. Kinder- und Jugendärzte sowie mobile Teams in Schulen und Freizeiteinrichtungen sollten die Impfkampagne ergänzen.

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Niedersachsen hat nach eigenen Angaben als erstes Bundesland dem Bundesgesundheitsministerium ein Konzept zum flächendeckenden Impfen aller Schüler ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus vorgelegt. Mit Aktionen in den Schulen und in den Impfzentren sollen alle Schüler ein Angebot zur Immunisierung erhalten, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Die Impfaktion soll noch vor den Sommerferien im Juli beginnen.

Berlin: „Wir können starten, sobald der Impfstoff da ist“

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rechnet für Mitte Juni mit dem Impfbeginn bei Kindern und Jugendlichen in der Hauptstadt. „Wir können starten, sobald der Impfstoff da ist.“ Dieser solle reichen, um zunächst rund 65 Prozent der 12- bis 18-Jährigen in Berlin ein Impfangebot machen zu können.

„Wir wollen diese Impfungen über unser bewährtes System abwickeln“, sagte Kalayci. Dazu gehörten die Impfzentren und die Arztpraxen.

In Brandenburg haben das Gesundheits- und das Bildungsministerium ein Konzept für Impfungen für Schüler im Alter zwischen 12 bis 18 Jahren erarbeitet. Entscheidend für die Umsetzung seien die Zulassung von Impfstoffen für Kinder sowie die Stiko-Empfehlung, zum anderen die erforderlichen Impfstoffmengen, die zusätzlich dafür benötigt werden.

Thüringen will im Juni mit Impfungen beginnen

Thüringens Landesregierung hofft auf den Beginn der Corona-Impfungen bereits im Verlauf des Juni. Voraussetzung sei die baldige Zulassung eines Impfstoffs und eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Ziel sei es, den 12- bis 18-Jährigen bis zum Beginn des Schuljahres 2021/22 ein Angebot für eine Erst- und auch schon für die Zweitimpfung zu machen, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will noch vor den Sommerferien mit Impfungen gegen das Coronavirus für Schülerinnen und Schüler beginnen - sobald ein Impfstoff für Jugendliche zugelassen ist.

„Im engen Austausch mit Kultusministerin Theresa Schopper und dem Bund sind wir hier auf der Zielgeraden“, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Mittwoch. Details etwa zur Impfkampagne, zur Logistik und zur Verteilung des Impfstoffs würden in Kürze breit kommuniziert.

RND/dpa

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