EU konkretisiert Überlegungen für Corona-Impfdokument

  • Die EU-Kommission könnte ein einheitliches europäisches Corona-Impfdokument einführen.
  • Das sagte Gesundheitskommissarin Kyriakides in einem Interview.
  • Darin kritisierte sie auch die neuen deutschen Einreiseregeln für Tschechien und Österreich.
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Augsburg. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat Überlegungen für ein europäisches Corona-Impfdokument konkretisiert. „Es geht nicht um einen Impfpass, sondern um ein Impfzertifikat“, sagte sie der „Augsburger Allgemeinen“. Der Unterschied bestehe darin, dass ein solches Papier alle Daten rund um die Impfung beinhalte.

Dies erlaube nicht nur eine differenzierte Nachbetreuung, es gebe außerdem einen Einblick in die Entwicklung des Virus sowie möglicher Nebenwirkungen. Es handle sich also um ein „medizinisches Zertifikat“. Ein „Impfpass“ dagegen müsste global entwickelt werden, sagte die Brüsseler Kommissarin. Auch dazu gebe es aktuell Gespräche mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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Zudem warnte die EU-Gesundheitskommissarin vor Fake-Impfstoffen. Sie appellierte an alle Mediziner, gerade bei neuen Medikamenten und Impfstoffen ausschließlich solche Produkte zu nutzen, die über offizielle Kanäle zu ihnen kämen.

Kritik an deutschen Einreiseregeln

Kyriakides äußerte sich in dem Interview auch kritisch zu den schärferen deutschen Einreiseregeln, die seit diesem Sonntag an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol gelten. “Die Furcht vor den Mutationen des Coronavirus ist verständlich. Aber trotzdem gilt die Wahrheit, dass sich das Virus nicht von geschlossenen Grenzen aufhalten lässt”, sagte die 64-jährige christdemokratische Politikerin aus Zypern.

“Gegen die Mutationen helfen nur konsequentes Impfen sowie die Einhaltung der Hygiene-Regeln. Ich halte es für falsch, dass wir wieder zu einem Europa mit geschlossenen Grenzen wie im März 2020 zurückkehren.”

RND/epd/dpa

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