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Kretschmer: Sachsen plant noch keine Abriegelung von Gemeinden

  • Sachsen tritt Medienberichten entgegen, wonach das Bundesland Corona-Hotspots „abriegeln“ will.
  • Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagt, es seien keine ausgangsbeschränkenden Maßnahmen beschlossen worden.
  • Allerdings werde geprüft, in welchem Umfang beschlossene Maßnahmen erfolgreich seien.
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Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Medienberichten widersprochen, nach denen Sachsen Corona-Hotspots „abriegeln“ will. „Gemeinden abriegeln klingt extrem hart und wäre extrem hart“, erklärte Kretschmer am Donnerstag in Dresden.

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Kretschmer: Sächsinnen und Sachsen! Haltet euch an die Regel!
1:29 min
Kretschmer hat in einem leidenschaftlichen Appell die Menschen in Sachsen aufgefordert, die Coronaschutz-Maßnahmen der Landesregierung zu befolgen.  © Reuters

Es seien keine ausgangsbeschränkenden Maßnahmen beschlossen worden. Eine solche Entscheidung stehe auch aktuell nicht an. Dennoch müsse der Freistaat darüber nachdenken, was noch getan werden kann und muss, um die Pandemie zu stoppen.

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Die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“ hatte berichtet, dass wegen der hohen Coronavirus-Infektionszahlen in Sachsen die Landesregierung erwäge, einzelne Hotspot-Kommunen ab einem bestimmten, noch nicht definierten Inzidenzwert abzuriegeln.

Konkret würde die Maßnahme bedeuten, dass die Polizei an den kommunalen Grenzen Position bezieht und die Fahrt aus und in die Kommune unterbindet.

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Der CDU-Politiker ging auch nochmals auf eine Schlagzeile von Mittwoch ein: Ein Arzt aus Zittau hatte in einer öffentlichen Runde mit Äußerungen über Triage für Aufsehen gesorgt. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. Die Ärzte dort hätten mit Menschen diskutiert, die in der gleichen Region leben, aber nicht akzeptieren, wie die Situation in den Krankenhäusern ist, sagte Kretschmer. Da sei in der Wortwahl „zu heftig“ argumentiert worden: „In Zittau, in Sachsen, in Deutschland wird in dieser Zeit nach klaren ethischen und medizinrechtlichen Standards gearbeitet. Es gibt keine Sonderkriterien für Covid-19.“

Sachsen weist höchste Inzidenzwerte in Deutschland auf

Wie Kretschmer erläuterte, hat der Arbeitskrisenstab am Mittwoch eine Analyse der Gemeinden erstellt, die die höchste Inzidenz aufweisen. Diese Gemeinden würden „jetzt weiter untersucht, um Schlüsse auf das Infektionsgeschehen in ganz Sachsen zu ziehen“, erklärte Kretschmer.

Es gehe um eine „Analyse der Gründe für die aktuelle Situation und in welchem Umfang die beschlossenen Maßnahmen zu einer Reduzierung der Inzidenz in diesen Gemeinden führt“.

Sachsen weist derzeit bundesweit die höchsten Inzidenzwerte auf. Laut Robert Koch-Institut lag der Wert für Corona-Neuinfektionen binnen Wochenfrist und pro 100.000 Einwohner landesweit am Donnerstag bei 415.

RND/cle/epd

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