Corona-Hilfe für die Ärmsten: Maas gibt 300 Millionen Euro

  • Hilfsorganisationen warnen vor katastrophalen Folgen der Corona-Pandemie in Krisen- und Konfliktstaaten.
  • Das Auswärtige Amt reagiert und stellt nun 300 Millionen Euro bereit.
  • Doch Rufe nach einem Ende der Gewalt verhallen ungehört.
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Berlin. Weltweit sind Regierungen derzeit darum bemüht, die Folgen der Corona-Pandemie für ihren Staat und ihre Bevölkerung abzufedern. Hilfsorganisationen fällt es da nicht leicht, mit ihren Warnungen vor den Auswirkungen des Virus auf fernere, weniger gut ausgeleuchtete Winkel des Planeten durchzudringen.

Dabei könnte sich die Pandemie in Krisen- und Konfliktregionen zu einer beispiellosen Katastrophe auswachsen. UN-Generalsekretär António Guterres spricht von “der größten internationalen Krise seit Generationen”.

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So verweist etwa das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen auf Somalia, wo 2,6 Millionen Binnengeflüchtete in überfüllten Lagern ohne ausreichende Wasserversorgung hausen. Für kaum eine andere Gruppe stelle das Virus eine so große Gefahr dar wie für Flüchtlinge. Deren Not ermögliche den gebotenen Rückzug ins Private nicht.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes ruft die Verantwortlichen in Krisen- und Konfliktregionen dazu auf, Vorkehrungen für eine Vielzahl an Begräbnissen zu treffen. Die Toten müssten identifiziert und dokumentiert werden. “Wenn sich die Staaten jetzt darauf vorbereiten, ist ein würdevoller Umgang mit den Verstorbenen noch möglich”, sagte Stephen Fonseca, Chefforensiker des Roten Kreuzes in Afrika. “Aber wenn nicht, werden wir es wohl mit Massengräbern zu tun bekommen, die wenig Aufschluss darüber geben, wer wo verstarb.”

Die Bundesregierung möchte dramatische Appelle wie diese nicht unerwidert verklingen lassen. Das Auswärtige Amt hat nun 300 Millionen Euro für coronabedingte humanitäre Hilfe bereitgestellt. Damit reagiert die Bundesregierung auf die Hilfeaufrufe der Vereinten Nationen und der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.

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“Das Coronavirus kennt keine Grenzen”, sagte Außenminister Heiko Maas am Montag. “Es trifft insbesondere die Menschen, die besonders gefährdet sind, weil sie in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern leben oder in Staaten, deren Gesundheitssysteme durch die Pandemie völlig überfordert sind”, betonte der SPD-Politiker.

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Die Vereinten Nationen sehen einen akuten Bedarf von rund 1,85 Milliarden Euro. Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung veranschlagt weitere rund 760 Millionen Euro, um die Ausbreitung der tödlichen Lungenkrankheit Covid-19 in Krisen- und Konfliktregionen zu begrenzen.

Noch weist die Johns-Hopkins-Universität die höchsten Infektionsraten vornehmlich für wohlhabende Industrienationen aus. Die Daten legen den Schluss nahe, dass die Anbindung an den internationalen Welthandel ein wesentlicher Treiber des Infektionsgeschehens ist.

Da zahlreiche Staaten Afrikas nur geringen Anteil an weltumspannenden Handels- und Reiseströmen haben, scheint sich das Virus bei ihnen noch nicht ausgebreitet zu haben – einmal abgesehen von Südafrika und Ägypten. Allerdings sind offizielle Fallzahlen afrikanischer Staaten aufgrund ungenügender Testkapazitäten mit Vorsicht zu bewerten.

Um die gerade in Kriegsregionen eng begrenzten Ressourcen auf die Bekämpfung der Pandemie zu richten, hatte UN-Generalsekretär Guterres im März zu einem globalen Waffenstillstand aufgerufen. Doch der Appell des Portugiesen verhallte in den am stärksten umkämpften Weltgegenden. In Syrien, aber auch im Jemen und in Libyen setzt sich die Gewalt unvermindert fort – trotz Corona.

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