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Antwort auf Corona-Herkunft? US-Geheimdienste untersuchen Datensatz zu Viren aus Labor in Wuhan

  • Im Mai hatte US-Präsident Joe Biden seine Geheimdienste angewiesen, ihre Anstrengungen zur Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus zu verdoppeln.
  • Nun werten die Behörden offenbar einen riesigen Datensatz aus einem Labor im chinesischen Wuhan aus.
  • Dort wurde mit Viren gearbeitet – wie die Geheimdienste an die Informationen gelangten, ist noch unklar.
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Washington. US-Nachrichten­dienste sind dabei, einen riesigen Datensatz aus dem Labor des Wuhan-Instituts für Virologie (WIV) zu analysieren, berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Offenbar handelt es sich bei den Daten um genetische Informationen von Viren, mit denen das Labor gearbeitet hat.

Immer wieder werden Theorien laut, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entsprungen sein könnte. Andere Vermutungen besagen, dass der Erreger von Wildtieren auf den Menschen übergegangen sei.

Im September 2019 verschwanden Informationen aus dem Internet

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Bis zum September 2019 waren genetische Daten über die Viren, die im WIV erforscht wurden, im Internet abrufbar – dann aber wurden die Informationen entfernt. Seit dem Ausbruch der Pandemie weigert sich China, jene und weitere Daten über die ersten Fälle von Corona-Infektionen an die Weltgesundheits­organisation (WHO) herauszugeben.

Im Mai wies US-Präsident Joe Biden seine Geheimdienste an, ihre Anstrengungen zur Erforschung des Ursprungs des Coronavirus zu verdoppeln und ihm nach 90 Tagen Bericht zu erstatten. Wie die Geheimdienste an den Datensatz aus China gelangt und ob darunter auch die verschwundenen Daten sind, ist unklar.

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„Die wertvollsten technischen Daten in diesem Kontext sind genetische Sequenzen, Einträge in Datenbanken und kontextuelle Informationen über die Herkunft von Proben sowie die Zeit und der Kontext, in dem diese entnommen wurden: Informationen, die dazu genutzt werden könnten, die Herkunft von Sars-CoV-2 zu erklären“, zitiert CNN eine anonyme Quelle.

Ob der derzeit untersuchte Datensatz eine sogenannte „smoking gun” – also einen endgültigen Beweis für eine der Theorien über die Herkunft des Coronavirus – enthält, ist derzeit noch unsicher. US-Beamte gehen offenbar aktuell nicht davon aus.

Fachleute in den USA sind noch uneins, was die Theorien über die Herkunft des Virus anbelangt. Die US-Regierung von Präsident Biden schließt einen Ursprung im Labor aber offenbar nicht mehr komplett aus. CNN berichtet, dass Regierungs­beamte diese Theorie wohl mittlerweile für genauso glaubhaft halten wie einen natürlichen Ursprung. Noch vor einem Jahr hatten die Demokraten diese Möglichkeit nicht in Betracht gezogen.

RND/sic

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