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Corona-Gedenken: Steinmeiers würdiger Blick auf das ultimative Leid

  • Im Vorfeld der Gedenkstunde für die Corona-Toten war der Bundespräsident mit seiner Initiative nicht nur auf Zustimmung gestoßen.
  • Ist es mitten in der Pandemie nicht zu früh dafür und steht es der Politik, die wegen ihre Krisenmanagements immer mehr in der Kritik steht, überhaupt zu?
  • Steinmeier beschönigte nichts, sprach Verbitterung, Wut und Fehler an – und ermöglichte gerade dadurch, das größte Leid der Pandemie in den Blick zu nehmen, kommentiert Steven Geyer.
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Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor genau einem Jahr im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ankündigte, Gespräche über eine offizielle Gedenkstunde für die Verstorbenen der Corona-Pandemie aufzunehmen, erhielt er nicht nur Zustimmung.

Auch in den Tagen vor der Gedenkstunde, die nun in Berlin stattfand, herrschte bisweilen Skepsis: Kommt so eine Veranstaltung, wenn noch immer täglich Hunderte an Corona sterben, nicht zu früh? Steht sie der Politik angesichts der Kritik an der Pandemiebekämpfung und des Dauerstreits darüber überhaupt zu? Warum gewährt man den Covid-Fällen, was allen anderen Opfern von Krankheit, Gewalt und Schicksalsschlägen verwehrt bleibt – obwohl deren Zahl wegen der Lockdowns sogar gestiegen ist?

Wer jedoch das Gedenken am Sonntag verfolgt hat, fand all das widerlegt. Denn – und dafür gebührt dem Ausrichtenden und Hauptredner, dem Bundespräsidenten, Respekt – all die Bedenken wurde in Rede und Veranstaltung aufgenommen: Steinmeier hat weder die Last der Pandemie, noch die der Lockdowns, nicht einmal den politischen Streit beschönigt. Er sprach Verbitterung, Wut und Fehler an.

Trotzdem – oder gerade dadurch – fiel Licht auf das, was unter den alltäglichen Corona-Plackereien und Statistiken oft vergessen wird: Dass das ultimative Leid, das die Pandemie bringt, der Tod ist. Dass hinter jeder Zahl ein Schicksal steht.

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Gerade, dass die Seuche uns alle zu Abstand und Einsamkeit selbst auf dem letzten Weg verdammt, sprachen Steinmeier und die Hinterbliebenen in ihren Reden immer wieder an. Dabei ging es nicht allein um Corona-Tote, sondern um die Last für uns alle. So gelang ein Moment des Innehaltens. Er sollte uns helfen, unsere Prioritäten zu überprüfen und bei aller berechtigter Klage über Fehler und Zumutungen gelegentlich auch das große Ganze in den Blick zu nehmen.

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