Corona-Exit in Europa - so handeln die einzelnen Länder

  • Die Corona-Pandemie hat in Europa einen unterschiedlichen Verlauf genommen.
  • Die einzelnen Länder sind unterschiedlich stark betroffen – und sie versuchen jetzt auch sehr unterschiedlich, Wege aus dem Corona-Lockdown zu finden.
  • Ein Überblick über das Vorgehen in Spanien, Österreich und Co.
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Europa wählt den Weg aus der Corona-Krise. Langsam zurück in ein Stück Normalität. Aber: Jedes Land plant den Exit aus dem Lockdown auf seine eigene Weise. Wir geben hier einen Überblick, wie die einzelnen Länder planen.

Spanien: Sieben Wochen lang waren die Spanier in ihren Wohnungen und Häusern eingesperrt. Und jetzt quellen sie aus den Häusern. So voll wie an diesem Wochenende waren die Straßen selbst in den Zeiten vor Corona nicht. Die neue Freiheit nach sieben Wochen Ausgangssperre erlaubt Spaziergänge in einem Radius von einem Kilometer um die eigene Wohnung. Alle Welt hatte sich die nötige App heruntergeladen, um diesen Kilometer zu berechnen. Aber daran gehalten hat sich nicht jeder. “Es war so schön, mal wieder durch die Innenstadt zu laufen“, sagt der Madrilene Bernardo Perea. Die Regierung will in allen Städten mit mehr als 5000 Einwohnern die Altersgruppen auseinanderhalten. Eltern mit kleinen Kindern dürfen zwischen 12 und 19 Uhr auf die Straße, alte Leute ab 70 zwischen 10 und 12 und zwischen 19 und 20 Uhr, alle anderen morgens vor 10 oder abends nach 20 Uhr.

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Spanien: Niedrigster Zuwachs an Covid-19-Toten seit März
1:11 min
Wie das spanische Gesundheitsministerium mitteilte, sind am Sonntag 164 gestorbene Infizierte gezählt worden.  © Reuters
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Italien: Ab heute dürfen rund 60 Millionen Menschen erstmals wieder zum Sport oder Spaziergang nach draußen. Industrie und Bauwirtschaft fahren ihre Produktion wieder hoch. Allerdings dürfen die meisten Geschäfte noch nicht öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur einen Liefer- oder Take-Away-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche geschlossen. Die Regierung in Rom hatte die Menschen im ganzen Land am 10. März unter Quarantäne gestellt und dann auch die nicht lebenswichtige Produktion geschlossen. Mit mehr als 209.000 Infektionen und rund 28.000 Toten zählt Italien zu den am härtesten von der Lungenkrankheit Covid-19 getroffenen Staaten. Wegen seiner extrem vorsichtigen Exit-Strategie sieht sich die Regierung Conte mit einem landesweiten Flächenbrand des Protests und der Rebellion konfrontiert: Mehrere Regionen – allen voran das kaum von der Epidemie betroffene Kalabrien – haben auf eigene Faust weitreichende Öffnungen zugelassen.

Österreich: Für rund 100.000 Schüler der Abschlussklassen beginnt in der Alpenrepublik wieder der reguläre Unterricht. Nach dem Stufenplan der Regierung sind danach Mitte Mai Grundschulen und Unterstufen dran; alle anderen folgen Anfang Juni. Von heute an sind auch wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen eingeschränkt möglich. Im Land sind inzwischen alle Geschäfte und fast alle Dienstleister wieder geöffnet. Am 15. Mai folgen die Restaurants, Ende Mai Hotels.

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Belgien: Am Montag soll die erste Phase der Lockerung der Auflagen beginnen. So sollen wieder mehr Busse und Bahnen fahren, dabei gilt eine Maskenpflicht für Personen ab zwölf Jahren. Öffnen dürfen Unternehmen, die als Kunden andere Firmen haben, aber keine Privatpersonen bedienen. Auch Stoff- und Kurzwarenläden dürfen aufmachen. Andere Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels sollen noch eine Woche zubleiben. Sport ist unter Einhaltung der Distanzregeln wieder mit zwei Personen erlaubt, die nicht im eigenen Haushalt wohnen. Das Arbeiten zu Hause soll aber die Regel bleiben, und die Menschen sollen ihr Haus nur in wenigen Ausnahmen verlassen.

Frankreich: Das stark von der Krise betroffene Land will den Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich heute um zwei Monate bis zum 24. Juli verlängern. Die strengen Ausgangsbeschränkungen sollen vom 11. Mai an gelockert werden. Allerdings soll das Tragen von Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln dann zur Pflicht werden. Geschäfte sollen von diesem Termin an wieder öffnen können. Restaurants oder Cafés werden aber weiter geschlossen bleiben; auch Strände sind für Besucher und Sportler bis mindestens 1. Juni tabu.

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