Corona: Ethikrat lehnt Immunitätsnachweis derzeit klar ab

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte den Ethikrat um eine Stellungnahme darüber gebeten, was er von Immunitätsbescheinigungen hält.
  • Dieser rät von einer Einführung solcher Bescheinungen derzeit ab.
  • Der Grund: Es gebe im Moment “erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Ausprägung und des zeitlichen Verlaufs einer Immunität und Infektiosität”.
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Berlin. Der Ethikrat rät aktuell von der Einführung von Ausweisen zur Bescheinigung einer Immunität gegen das Coronavirus ab. Das Gremium veröffentlichte am Dienstag in Berlin eine Stellungnahme, in der es einen solchen Schritt gegenwärtig einstimmig ablehnt.

Derzeit bestünden “erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Ausprägung und des zeitlichen Verlaufs einer Immunität und Infektiosität”, hieß es. Frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Immunität gegen Covid-19 sollten zudem aufgrund ihrer zweifelhaften Verlässlichkeit strenger reguliert werden.

Gespaltene Meinungen bei verlässlichem Immunitätsnachweis

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Sollte es in Zukunft allerdings möglich sein, Immunität hinreichend verlässlich nachzuweisen, ist die Hälfte der Ratsmitglieder der Auffassung, dass die Einführung einer Bescheinigung dafür - zumindest stufenweise, anlassbezogen oder bereichsspezifisch - unter bestimmten Bedingungen sinnvoll wäre.

Die andere Hälfte der Ratsmitglieder lehnt solche staatlich kontrollierten Nachweise auch in einem solchen Fall aus praktischen, ethischen oder rechtlichen Gründen ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat um die Stellungnahme gebeten.

Der Ethikrat berät Bundesregierung und Parlament bei schwierigen Abwägungen zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Themen. Regelmäßig veröffentlicht er Stellungnahmen zu ethischen Fragestellungen, etwa zur Sterbehilfe, Präimplantationsdiagnostik oder Gentechnik. Ihm gehören aktuell 24 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Recht, Medizin, Philosophie, Biologie, Theologie sowie der Pflege an.

RND/epd

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