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  • Corona erreicht Flüchtlingslager Moria - Sorge vor weiteren Infektionen wächst

Corona erreicht das Flüchtlingslager Moria

  • Seit Monaten warnten Experten vor der Gefahr, jetzt ist sie eingetreten: Das überfüllte Flüchtlingscamp Moria hat seine erste bestätigte Corona-Infektion.
  • Polizeikräfte riegelten das Lager am Mittwoch ab.
  • Und auch andernorts in Griechenland wächst die Sorge vor weiteren Infektionen.
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Athen. Im berüchtigten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos gibt es den ersten festgestellten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Seit Mittwoch steht das Camp unter Quarantäne.

Ein 40-jähriger Somalier wurde am Mittwoch im Krankenhaus der Inselhauptstadt Mytilini positiv auf Covid-19 getestet. Er liegt nun auf der Isolierstation der Klinik. Der Mann wohnte in einem Campingzelt außerhalb des eigentlichen Camps.

Das Lager selbst bietet in Wohncontainern Platz für 2757 Bewohner. Tatsächlich leben aber nach offiziellen Angaben vom Montag dieser Woche 12.714 Migranten in Moria. Die meisten hausen außerhalb des offiziellen Lagers in Zelten und Verschlägen, die sie sich selbst aus Latten, Pappe und Plastikplanen gebaut haben.

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Die Gesundheitsbehörden bemühen sich jetzt, Kontaktpersonen des positiv getesteten Somaliers zu ermitteln. Das dürfte aber nahezu aussichtslos sein, da die Menschen in dem Lager dicht an dicht leben. Die Überfüllung und die miserablen hygienischen Bedingungen in dem Camp bieten dem Virus geradezu ideale Möglichkeiten, sich auszubreiten. Polizeikräfte riegelten das Lager am Mittwoch ab. Es bleibt zunächst bis zum 15. September unter Quarantäne.

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Corona-Infektionen in Griechenland steigen wieder an

Nachdem in Griechenland zu Beginn der Pandemie nur wenige Infektionen festgestellt worden waren, ist die Zahl in jüngster Zeit steil angestiegen. Von den 10.524 Fällen, die es seit Ende Februar gab, wurde mehr als die Hälfte, nämlich 5840, im August gemeldet. Die Experten führen das auf die Urlaubszeit und wachsende Sorglosigkeit vor allem jüngerer Menschen zurück, die sich an den Stränden und in Bars infizieren.

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Am Dienstagabend ließen die Gesundheitsbehörden zwei populäre Beachklubs auf der Insel Mykonos schließen, das Nammos und das Scorpios, nachdem bei stichprobenartigen Untersuchungen mindestens zehn Beschäftigte der beiden Lokale positiv auf Covid-19 getestet worden waren.

Welche Risiken an den Stränden lauern, zeigt ein Fall aus dem nordgriechischen Saloniki. Dort infizierte sich während eines Wochenendausflugs ein Jugendlicher bei einem Popkonzert in einem Strandlokal auf der Halbinsel Chalkidiki. Nach der Rückkehr steckte er seine Mutter an, die in einem Altenheim als Pflegerin arbeitet. Diese Frau infizierte 30 Bewohner und drei Pflegekräfte des Heims. Jetzt wütet das Virus in dem Altenheim. Am Dienstag starb der 19. Heimbewohner an den Folgen der Infektion.

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