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Die Wirtschaft ist robuster als erwartet – doch die Risiken bleiben hoch

  • Corona-Winter und Dauer­lockdown bremsen das deutsche Wirtschafts­wachstum.
  • Noch zeigen sich viele Unternehmen allerdings erstaunlich robust, kommentiert Andreas Niesmann.
  • Damit das so bleibt, braucht es jetzt zwei Dinge: Zurückhaltung beim Öffnen und mehr Tempo beim Impfen.
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Berlin. Überraschend kommt die Meldung nicht. Die Wirtschaftsweisen korrigieren ihre Wachstumsprognose nach unten. Für das erste Quartal rechnen sie nun mit einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2 Prozent. Auf das ganze Jahr gesehen erwarten sie ein Wachstum von „nur noch“ 3,1 Prozent, einen guten halben Prozentpunkt weniger als im Herbst. Der Corona-Winter und der in vielen Bereichen fortdauernde Lockdown hinterlassen ihre Spuren.

Es wird nun länger als erwartet dauern, ehe die deutsche Wirtschaft den Einbruch um fast 5 Prozent im vergangenen Jahr aufgeholt hat. Gleichzeitig zeigen sich viele Unternehmen erstaunlich robust. Vor allem die Industrie, bis vor Kurzem der Bremsklotz der deutschen Wirtschaft, treibt die Konjunktur. Die eigentliche Botschaft der Ökonomen ist diese: Wenn alles gut geht, wird die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit das zweite Corona-Jahr einigermaßen heil überstehen.

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Laschet fordert mehr Tempo beim Impfen
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Armin Laschet fordert mehr Tempo beim Impfen gegen das Coronavirus. Sein Vorschlag: Weg von der Impfbürokratie, schneller werden und auch am Wochenende impfen.  © dpa
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Der Weg von der Verheißung zum Risiko ist allerdings kurz. Denn es ist keinesfalls sicher, dass alles gut gehen wird. Im Gegenteil: Zuletzt sorgten die sich schnell ausbreitenden Corona-Mutationen wieder für steigende Infektionszahlen.

Für die wirtschaftliche Erholung ist nichts gefährlicher als eine dritte Welle – vor allem wenn diese zu Einschränkungen in der Produktion führen würde. Betriebs­schließungen dort müssen ebenso wie ein neuerliches Abreißen der Lieferketten auf jeden Fall verhindert werden.

Was also tun? Solange die Inzidenz steigt, machen weitere Öffnungsschritte auch ökonomisch keinen Sinn. Es ist nicht im Interesse der Unternehmen, für wenige Tage Geschäft weitere Wochen im Lockdown zu riskieren. Entsprechende Forderungen sollten sich ihre Vertreter verkneifen. Die Erwartungs­haltung an die Politik ist seit Monaten die gleiche: mehr Tempo beim Impfen – selbst wenn es für die Verhinderung der dritten Welle zu spät sein könnte.

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