Campact warnt seine 2,3 Millionen Unterstützer vor Corona-Demos

  • Seit mehr als 15 Jahren organisiert Campact Kampagnen und Demos, die sich oft gegen die Politik der Bundesregierung richten.
  • Jetzt warnt die Organisation vor der Teilnahme an Corona-Demos.
  • Unter anderem durch verbreitete Verschwörungsideologien stellten die Demos eine Gefahr dar.
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Verden. Die Kampagnenplattform Campact in Verden bei Bremen warnt vor einer Teilnahme an sogenannten "Hygiene-Demos" gegen die Corona-Auflagen. Campact-Vorstand Felix Kolb hat eigenen Angaben zufolge am Freitag eine entsprechende Mail an etwa 2,3 Millionen Unterstützer der Bürgerbewegung geschickt. Obwohl Campact selbst seit über 15 Jahren Entscheidungen von Politik und Regierung kritisiere und Großdemonstrationen organisiere, sehe der Verein in diesen Protesten eine große Gefahr, erklärte Kolb.

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"Wenn nicht mehr Vorsicht und Wissenschaft die Corona-Politik bestimmen - sondern Ideologien und Emotionen - schweben bald viele Menschen in Lebensgefahr", sagte der Campact-Chef. Er warnte vor einer möglichen zweiten Infektionswelle. Viele Demonstrantinnen und Demonstranten verweigerten Masken und missachteten Abstandsregeln. Damit gefährdeten sie völlig unnötig sich und ihre Familien, Angehörige der Polizei, des medizinischen Personals oder Mitarbeiter der Supermärkte.

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Protest gegen Anti-Corona-Strategie
1:23 min
Tausende Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Stuttgarter Wasen gegen die Pandemiebekämpfung der Regierung.  © Reuters

Warnung vor Rechtsextremen und Verschwörungsideologien

Außerdem warnt Campact vor den Akteuren im Hintergrund der Demonstrationen. Dabei handele es sich eben nicht nur um Menschen, die unter den Corona-Auflagen besonders litten oder sich um die in der Verfassung garantierten Grundrechte sorgten. Viele der Proteste würden von einer beunruhigenden Mischung aus Rechtsextremen, Reichsbürgern und Anhängern diverser Verschwörungsideologien mit organisiert, die es schon vor der Corona-Krise gegeben habe.

Auch Campact hat Kolb zufolge Corona-Maßnahmen kritisiert und mehr Unterstützung etwa für das Pflegepersonal oder Alleinerziehende gefordert. Insgesamt halte die Bürgerbewegung die von der Regierung anfangs gewählten Maßnahmen zum Infektionsschutz aber für richtig und angemessen. Die Folgen seien massiv, aber Deutschland sei bislang deutlich besser durch die Corona-Krise gekommen als viele andere Länder. Kolb: "So haben wir gemeinsam unzählige Menschenleben gerettet, darauf dürfen wir stolz sein."

RND/epd

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