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Corona: Ökonom Bofinger schlägt regional differenzierten Exit vor

  • Experten diskutieren darüber, wie man die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise lockern kann.
  • Der Ökonom Peter Bofinger legt dazu einen neuen Vorschlag vor.
  • Man solle erst mit bestimmten Kommunen beginnen.
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Berlin. Der Ökonom und frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat vorgeschlagen, die wegen der Corona-Krise verhängten Beschränkungen im öffentlichen Leben regional differenziert aufzuheben. Bofinger sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), denkbar wäre, mit einem Ausstieg in den Kommunen zu beginnen, die in einem Bundesland besonders niedrige Fallzahlen relativ zur Bevölkerung aufwiesen.

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“Wenn man den regionalen Ausstieg auf anfänglich 10 Prozent der gesamten Bevölkerung eines Bundeslandes festlegt, dürfte sich das Risiko einer Überlastung der medizinischen Kapazitäten begrenzen lassen”, argumentierte Bofinger. Denn notfalls stünden die medizinischen Kapazitäten der übrigen Kommunen zusätzlich zur Verfügung.

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Lieferdienste für ältere Menschen organisieren

In den ausgewählten Kommunen können nach Ansicht von Bofinger Kindergärten und Schulen sowie Restaurants und Geschäfte wieder öffnen. Für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen solle eine freiwillige Quarantäne bestehen. Für sie müssten von den Kommunen kostenlose Lieferdienste insbesondere für Lebensmittel, Drogeriewaren und Arzneimittel eingerichtet werden.

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Zudem sollten in diesen Kommunen umfangreiche Corona-Tests organisiert werden, um Erfahrungen über die Entwicklung der Fallzahlen nach einem Ausstieg zu gewinnen. “Für die Bewohner der Kommunen ohne Beschränkungen müsste weiterhin das Verbot gelten, sich in andere Kommunen zu begeben. Mit polizeilichen Kontrollen an den Zufahrtsstraßen und hohen Bußgeldern muss man dafür sorgen, dass solche Bewegungen unterbleiben”, fügte Bofinger hinzu.

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Der Ökonom sagte, es sei nicht überraschend, dass nun zunehmend nach einer Strategie für den Exit aus den derzeitigen Maßnahmen gesucht werde. “Mit jedem Tag, den die strikten Einschränkungen des Alltagslebens andauern, steigen die wirtschaftlichen Kosten und zugleich die psychologischen Belastungen für die Menschen in Deutschland”, sagte er.

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Durch eine regional differenzierte Lösung könne ein Mittelweg gefunden werden zwischen der Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens und den möglicherweise überproportional zunehmenden ökonomischen Kosten durch einen flächendeckenden Shutdown. Bei dessen Beibehaltung seien zudem erhebliche psychische und gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen.

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