FDP fordert Notplan für Corona-Ausbruch in Flüchtlingslagern

  • Derzeit konzentriert sich Deutschland darauf, hierzulande mit den Problemen der Coronapandemie klar zu kommen.
  • Die Vorsitzende des Menschenrechts-Ausschusses des Bundestags, Gyde Jensen (FDP), mahnt jedoch, die Flüchtlinge nicht zu vergessen.
  • Man müsse auf einen Corona-Ausbruch in griechischen Flüchtlingslagern vorbereitet sein.
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Berlin. Die Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Gyde Jensen (FDP), hat Bundesregierung und Europäische Union aufgefordert, Notfallpläne für den Fall eines Corona-Ausbruchs in griechischen Flüchtlingslagern vorzubereiten.

“Die Lage in den Flüchtlingslagern in Griechenland, insbesondere auf Lesbos, wird sich verheerend verschlechtern, sobald es dort die ersten Coronafälle gibt”, sagte Jensen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Das müsse bei der gemeinsamen Beschaffung von medizinischem Material und Schutzausrüstungen mit berücksichtigt werden. “Und wir müssen bereits jetzt darüber diskutieren, wie wir Griechenland unterstützen können, falls eine Evakuierung der Lager notwendig wird.”

Humanitäre Hilfe nicht vernachlässigen

An die Bundesregierung appellierte Jensen, angesichts der Herausforderungen durch die Coronakrise im Inland die humanitäre Hilfe für Bedürftige in aller Welt nicht zu reduzieren. “Wir dürfen nicht vergessen, dass 100 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen sind”, sagte sie.

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“Die Bereitstellung der finanziellen Mittel zur Bekämpfung der Coronakrise in Deutschland darf deshalb nicht dazu führen, dass die Bundesregierung ihre Zusagen im Bereich der humanitären Hilfe nicht erfüllt oder reduziert”, betonte die FDP-Politikerin. “Die in diesen Zeiten notwendige Großzügigkeit des Staates darf nicht an unserer Landesgrenze enden”, so die menschenrechtspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion.

Dazu müssten Bundesregierung und EU auch überprüfen, inwieweit aktuelle Sanktionen in manchen Ländern zu einer unnötigen Verschärfung der Krise führen oder möglicherweise Güter betreffen, die in den betroffenen Staaten essentiell sind, um die Folgen der Coronapandemie so gut es geht abzumildern.




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