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Wegen Corona – Bei Generation 70 plus steigt Akzeptanz von Videosprechstunden deutlich

  • Die Kommunikation per Video hat durch die Corona-Pandemie stark zugenommen.
  • Das gibt der Videosprechstunde beim Arzt ebenfalls Auftrieb.
  • Nach einer aktuellen Umfrage steigt auch die Akzeptanz bei den Älteren.
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Berlin. Angesichts der Erfahrungen durch die Corona-Pandemie wollen nun auch immer mehr ältere Menschen ärztliche Videosprechstunden nutzen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Nach der Umfrage von Mai befürwortet fast jeder Dritte (29 Prozent) der über 70-Jährigen entsprechende Angebote. Im Dezember 2019 – also vor Ausbruch der Pandemie – lag der Anteil der Befürworter in der Generation 70 plus hingegen nur bei 13 Prozent.

In der Gesamtbevölkerung stieg die Akzeptanz von Videosprechstunden von 35 Prozent im Dezember auf mittlerweile 50 Prozent. Besonders groß ist die Zustimmung bei Menschen, die während der Corona-Pandemie Homeoffice-Erfahrung gesammelt haben. 73 Prozent von ihnen unterstützen die Möglichkeit der Behandlung per Videotelefonie.

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Praktische Gründe

“Erstaunlicherweise ist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus dabei nicht das zentrale Argument”, sagte Kassenchef Jens Baas dem RND. So gaben im Dezember noch 47 Prozent der Befragten an, durch die Nutzung digitaler Kommunikationswege Ansteckungen vermeiden zu wollen. Dieser Anteil sank in der aktuellen Umfrage auf 45 Prozent.

Stattdessen gaben die Befragten vor allem praktische Gründe an. 74 Prozent der “Videobefürworter” begründeten ihre Präferenz für Onlinesprechstunden damit, dass sie Zeit sparen wollen. Zu wenige Fachärzte in erreichbarer Nähe waren hingegen nur für jeden Vierten ein Grund für eine Videosprechstunde.

Krankschreibung per Videosprechstunde möglich

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Videosprechstunden dürften sich immer weiter durchsetzen. Mitte Juli hatte das höchste Entscheidungsgremium der gesetzlichen Krankenversicherung, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass Ärzte ihre Patienten künftig auch per Video krankschreiben können. Bislang mussten Patienten immer zur Untersuchung in die Praxis kommen, wenn sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigten.

Voraussetzung ist, dass der Patient der Praxis bekannt ist und die Krankheit in einer Videosprechstunde untersucht werden kann. Eine Krankschreibung per Video kann bei erstmaliger Feststellung für maximal sieben Kalendertage ausgestellt werden. Danach muss der Patient die Praxis aufsuchen, falls er weiterhin krank sein sollte.

In der Onlinesprechstunde ist eine Folgeverordnung nur dann erlaubt, wenn der Patient für die erste Krankschreibung persönlich in der Praxis war. Dann kann er auch für einen längeren Zeitraum krankgeschrieben werden.

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