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  • Corona-App soll Mitte Juni auf Markt kommen: Werbekampagne in Arbeit

Nach langem Hickhack: Die Corona-App soll Mitte Juni kommen

  • Die zeitweilig umstrittene Corona-App nähert sich offenbar der Fertigstellung und soll in vier Wochen auf den Markt kommen.
  • Eine Werbekampagne ist bereits in Arbeit.
  • Allerdings wird in Koalitionskreisen vor allzu hohen Erwartungen gewarnt.
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Berlin. Nach wochenlangem Hin und Her sowie kontroversen Debatten über die Corona-App beziehungsweise Corona-Warn-App zeichnet sich nun ein Ende ab. Die App soll, wie aus Koalitionskreisen verlautet, Mitte Juni fertig sein und damit den zuletzt rund 59 Millionen Smartphone-Besitzern zur Verfügung stehen. Dies deckt sich mit den jüngsten Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Der netzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tankred Schipanski, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), der Diskurs der vergangenen Wochen sei “nicht hilfreich” gewesen. “Aber man muss jetzt nach vorn blicken und das einfach machen.”

Streit in der IT-Szene

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Anfangs hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Gesundheitsämtern Zugriff auf die Handydaten der Bürger geben wollen. Das scheiterte am Einspruch von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Sie pochte wie andere Kritiker auf eine freiwillige Lösung.

Parallel dazu begannen Experten des Fraunhofer-Instituts mithilfe des Robert-Koch-Instituts und des IT-Unternehmers Chris Boos, in einem europäischen Kontext an einer App zu arbeiten. Dem jedoch folgte bald eine öffentlich geführte Auseinandersetzung der beteiligten Experten. Während Boos die Speicherung der Daten auf einem zentralen Server bevorzugte, stieß dies auf Unmut vieler anderer Fachleute. Sie befürchteten, dass die Daten bei einem Hackerangriff leichter abgegriffen werden könnten.

Hinzu kam ein teilweise undurchsichtiges Kompetenzgerangel zwischen Kanzleramt, Bundesgesundheits- und Bundesinnenministerium; Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und Boos gelten als Vertraute, was das Vertrauen anderer Beteiligter in eine ausreichende Distanz des Vorhabens zum Staat eher nicht vergrößerte.

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Mittlerweile haben SAP und T-Systems, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, die Entwicklung der App übernommen. Die App baut aber dem Vernehmen nach auf den Arbeiten der erwähnten Beteiligten und einer dezentralen Lösung auf. Das bedeutet in der Praxis: Smartphones registrieren mithilfe von Bluetooth, welche Smartphones anderer Personen sich eine gewisse Zeit in unmittelbarer Nähe befinden. Infiziert sich einer der Smartphone-Inhaber mit dem Virus, werden die Smartphones aller anderen Kontaktpersonen darüber informiert – alles streng anonymisiert. Aus der Warnung ergibt sich die Empfehlung an Betroffene, sich in Quarantäne zu begeben und baldmöglichst testen zu lassen. Eine zentrale Speicherung findet nicht statt.

Erfahrungen nicht ermutigend

Eine Werbekampagne für eine breite Nutzung der App ist bereits in Arbeit. Dabei wird in Koalitionskreisen betont, dass sie kein Allheilmittel sei, sondern bloß ein Instrument von mehreren, um die Pandemie einzudämmen. Die Nutzung der App bleibe freiwillig; und ihre Löschung auf dem Smartphone sei auch zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit möglich.

Andere Länder wie Island oder Singapur setzen bereits eine Corona-App ein. Die Zahl der Nutzer lag indes zuletzt deutlich unter 50 Prozent – nach Einschätzung von Fachleuten zu wenig, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.

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