Bei hohen Infektionszahlen im Herbst: Politik offen für 2-G-Modell in Deutschland

Gäste eines Restaurants warten zwischen Plexiglastrennscheiben auf ihre Bestellung. In Hamburg gilt ab dem Wochenende die sogenannte 2-G-Regelung, bei der es möglich ist, nur den Covid-19-Geimpften und -Genesenen, nicht aber -Getesteten Einlass zu Veranstaltungen zu ermöglichen.

Gäste eines Restaurants warten zwischen Plexiglastrennscheiben auf ihre Bestellung. In Hamburg gilt ab dem Wochenende die sogenannte 2-G-Regelung, bei der es möglich ist, nur den Covid-19-Geimpften und -Genesenen, nicht aber -Getesteten Einlass zu Veranstaltungen zu ermöglichen.

Berlin/Hannover. In Hamburg sind viele Angebote der Gastronomie und Kultur nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich. Dort können sich Gastronomen und Veranstalter ab Samstag für das 2-G-Modell entscheiden. Für Geimpfte und Genesene entfallen in dem Fall die meisten Corona-Beschränkungen.

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Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas erklärt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Steigen die Zahlen im Winter weiter, dann wird die Frage aufkommen, warum Geimpfte und Genesene dieselben Einschränkungen haben wie die, die sich nicht impfen lassen wollen.“ Sie halte dies für nur schwer begründbar.

Lauterbach für 2 G in vollen Zügen und Büros

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht bereits so weit zu sagen, dass 2 G schon jetzt in vollen Zügen und Büros zwingend notwendig sei. „Alte Studien, die gezeigt haben, dass man sich in der Bahn nicht infiziert, gelten nicht für die Delta-Variante und volle Züge“, sagte Lauterbach.

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Auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Begleitgremiums Covid-19-Pandemie, Rudolf Henke (CDU), spricht sich für eine 2-G-Regelung in bestimmten Bereichen aus. „Ein 2-G-Optionsmodell für bestimmte private Unternehmen halte ich grundsätzlich für denkbar“, er sei zunächst aber an den Erfahrungen in Hamburg interessiert. Bei öffentlichen Einrichtungen und anderen Angeboten ohne Wahlfreiheit müsse man aber bei 3 G bleiben. „Deswegen ist es gut, dass nicht impfbare Menschen weiterhin kostenlose Bürgertests bekommen sollen“, so Henke weiter.

Bayerns Gesundheitsminister: Maßnahmen wie etwa 2 G bei hohen Inzidenzen

Der Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (Grüne) fürchtet, dass angesichts der Infektionsdynamik das Gesundheitswesen wieder erheblich unter Belastung gerate. „Es wäre Aufgabe der Bundesregierung, jetzt einen konkreten und einheitlichen Plan vorzulegen, bei welchen Grenzwerten statt 3 G nur noch 2 G gilt und in welchen Fällen hier Ausnahmen, beispielsweise aus medizinischen Gründen, gemacht werden müssen“, sagte Dahmen dem RND.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek schließt eine 2-G-Regelung nicht aus und verweist auf die steigenden Inzidenzen: „Wenn dieser Trend der vermehrten Infektionen sich fortsetzt, stellt sich automatisch die Frage nach weiteren Maßnahmen wie etwa 2 G”, sagte der CSU-Politiker dem RND. Klar sei zwar, dass man auch die wenigen Menschen nicht außer Acht lassen dürfe, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. „Allerdings gibt es laut den Experten des Robert Koch-Instituts nur wenige Gründe, die einer Impfung dauerhaft oder vorübergehend entgegenstehen.”

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Linke gegen 2-G-Regelung

Grundsätzlich gegen die Einführung der 2-G-Regelung ist die Linksfraktion. Ihr gesundheitspolitischer Sprecher, Achim Kessler, sieht im Ausschluss von ungeimpften Personen von vielen sozialen und kulturellen Aktivitäten „einen schwerwiegenden Eingriff in ihre, durch das Grundgesetz geschützte, allgemeine Handlungsfreiheit“. Er halte die 2-G-Regel daher „für nicht verhältnismäßig und für zutiefst unsolidarisch“.

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