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2G in Supermärkten: Kommt die Verschärfung bald in ganz Deutschland?

  • Der Handelsverband befürwortet ein deutschlandweites 2G-Optionsmodell, spricht sich aber gegen eine 2G-Pflicht aus.
  • Handelsverband-Geschäftsführer Genth geht jedoch nicht davon aus, dass viele Händler von 2G Gebrauch machen werden.
  • In vielen Fällen sei das auch gar nicht umsetzbar.
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Der Handelsverband spricht sich für ein deutschlandweites 2G-Optionsmodell im Einzelhandel aus. Dies gibt es derzeit schon in Hessen und Niedersachsen. „Es ist gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zuvor hatte Hessen bereits ein 2G-Optionsmodell im Einzelhandel eingeführt, das auch Supermärkte in Anspruch nehmen können.

Er betonte jedoch, dass kein Händler gezwungen werden darf, nur noch Geimpfte und Genesene in sein Geschäft zu lassen: „Wichtig ist, dass das freiwillig bleibt, denn eine 2G- oder 3G-Pflicht beim Einkauf wäre in der Praxis gerade für Geschäfte mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmitteln oder Bekleidung nicht umsetzbar.“ Ob Händler auch in anderen Bundesländern das 2G-Modell anwenden können, hängt jedoch von den rechtlichen Möglichkeiten der jeweiligen Landesverordnungen ab.

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2G nur in wenigen Geschäften

Der Handelsverband geht davon aus, dass nur wenige Händler auf das 2G-Optionsmodell setzen werden. „Schließlich besteht in den meisten Fällen in der Folge die Gefahr, dass weniger Kunden kommen. Dazu kommt der Aufwand zur Kontrolle der Regelung.“

Für Geschäfte mit hohen Kundenfrequenzen mache 3G- und 2G-Regelungen „keinen Sinn“, wie beispielsweise im Lebensmittelhandel und bei Möbel- oder Bekleidungsgeschäften. „Die Kontrolle der Impfpässe und der Tests würde bei diesen Branchen außerdem zu langen Schlangen vor den Geschäften führen. Das ist auch aus Pandemiegründen unbedingt zu vermeiden.“

Handelsverband gegen 2G- oder 3G-Pflicht

Handelsverband-Geschäftsführer Genth warnt: Verpflichtende Einschränkungen würden dazu führen, dass viele Kundinnen und Kunden den Einkauf in den Geschäften und den damit verbundenen Aufwand meiden würden. In der Folge würde es zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage für viele Handelsunternehmen kommen. „Viele sind aber nach den Lockdowns der beiden vergangenen Jahre ohnehin schon in einer schwierigen Verfassung“, so der Handelsverband.

Für vier von fünf Handelsbetrieben in Hessen ist das sogenannte 2G-Modell einer Umfrage zufolge keine Option. Lediglich Unternehmen mit beratungsintensiven Sortimenten wie Brautmoden- und Fotofachgeschäfte oder Optiker können sich mehrheitlich vorstellen, nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden zu empfangen. Das geht aus einer am Freitag abgeschlossenen Blitzumfrage des Handelsverbands Hessen hervor.

Die Umfrage des Handelsverbands deckt sich weitgehend mit der Einschätzung der Landesregierung. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte bereits zum Start der neuen Verordnung gesagt, er gehe davon aus, dass Geschäfte des alltäglichen Bedarfs eher keinen Gebrauch von dem Optionsmodell machen.

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