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Liveblog zum Nachlesen: Alle Entwicklungen der Weltklimakonferenz in Glasgow

  • Die UN-Klimakonferenz COP26 befindet sich auf den letzten Metern.
  • Noch am Samstag wollen die 2000 Staaten die Abschlusserklärung billigen.
  • Alle News, Statements und Entscheidungen vom Weltklimagipfel in unserem Liveblog.
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Seit dem 31. Oktober haben Tausende Unterhändler im schottischen Glasgow um einen Beschluss gerungen. Nun ist er da: In einer gemeinsamen Abschlusserklärung werden die Staaten der Welt erstmals dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten.

Die Erde hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Niveau schon jetzt um etwa 1,1 Grad erwärmt; in Deutschland sind es bereits 1,6 Grad. In Paris hatte sich die Staatengemeinschaft vor sechs Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen.

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Bereits zu Beginn der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow haben die Hoffnungen auf wirksame Schritte gegen die gefährliche Erderhitzung einen herben Dämpfer erhalten. Die führenden Wirtschaftsmächte konnten sich zuvor bei ihrem G20-Gipfel im italienischen Rom nicht auf ehrgeizige gemeinsame Klimaziele einigen. Der britische Premier Boris Johnson rief zur Halbzeit der Weltklimakonferenz zu mehr Ehrgeiz bei den Verhandlungen auf. „Die COP26 hat noch eine Woche Zeit, um für die Welt zu liefern, wir müssen alle an einem Strang ziehen und die Ziellinie ansteuern“, sagte der Gipfel-Gastgeber in London.

Worum geht es auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow?

Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, muss die Welt laut Klimawissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um fast die Hälfte reduzieren. Über diese Punkte wird daher verhandelt:

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  1. Die Staaten sollen ehrgeizigere Ziele bei der Emissionsminderung bis 2030 vorlegen und ihre Anstrengungen zur Klimarettung verstärken, etwa den Ausstieg aus der Kohle beschleunigen.
  2. Zudem sollen detaillierte Regeln für die Zusammenarbeit der Staaten unter Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens vereinbart werden. Dieser bietet ihnen etwa die Möglichkeit, Emissionsreduktionen untereinander zu handeln.
  3. Ein dritter Punkt ist die Klimafinanzierung für arme Länder: Die Vertragsstaaten haben sich verpflichtet, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und -anpassung an Staaten im Globalen Süden zu zahlen. Sie haben diese Verpflichtung jedoch nicht eingehalten. Nun soll geklärt werden, wie es mit der Klimafinanzierung ab 2025 weitergeht.

Welche Länder nehmen teil?

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Seit gut einer Woche beraten auf Einladung der Vereinten Nationen in Glasgow internationale Regierungsvertreter aus rund 200 Staaten zwei Wochen lang, wie die Menschheit die beschleunigte Erderhitzung noch auf ein erträgliches Maß eindämmen kann. Viele Staaten entsandten ihre Staatschefs, die in der ersten Woche auch Reden auf der Konferenz hielten. Nicht anwesend waren dagegen die Staatschefs von Russland und China.

Was haben Klimakonferenzen bislang gebracht?

Bei vergangenen Klimakonferenzen haben die Industriestaaten versprochen, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar an staatlichen und privaten Mitteln für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern zu Verfügung zu stellen. Nach OECD-Berechnungen wird diese Summe bislang nicht erreicht. Um Spannungen zwischen Industriestaaten und armen Ländern in Glasgow vorzubeugen, haben der deutsche Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und der kanadische Umweltminister Jonathan Wilkinson im Auftrag der britischen Konferenzpräsidentschaft einen Fahrplan zu Erreichung des 100-Milliarden-Ziels bis 2023 präsentiert. Vor Kurzem habe die USA angekündigt, ihre jährlichen Klimahilfen bis zum Jahr 2024 auf 11,4 Milliarden Dollar zu verdoppeln.

Warum sind nicht alle Staaten am Klimagipfel vertreten?

Weder Kremlchef Wladimir Putin noch der chinesische Präsident Xi Jinping werden zum Gipfel kommen. Sie schicken jedoch ranghohe Vertreter zu der Konferenz. US-Präsident Joe Biden zeigte sich schon nach dem G20-Gipfel enttäuscht: „Die Enttäuschung bezieht sich auf die Tatsache, dass Russland (...) und China praktisch nicht aufgetaucht sind, was Zusagen anbelangt, um den Klimawandel zu bewältigen“, sagte Biden, der am zweitägigen G20-Gipfel in Rom teilnahm. „Und es gibt einen Grund, warum Menschen darüber enttäuscht sein sollten. Ich selbst fand es enttäuschend.“ Russland und China gelten als die größten Produzenten von Treibhausgasen weltweit.

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Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Regierungskreisen zufolge seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Grund sei, dass Großbritannien den Forderungen Ankaras nach Sicherheitsvorkehrungen nicht nachgekommen sei, heißt es in den türkischen Regierungskreisen. Neben protokollarischen Problemen seien unter anderem auch die Forderungen bezüglich der Anzahl der Sicherheitsfahrzeuge nicht erfüllt worden. Erdogan kehrte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge vom G20-Gipfel in Rom direkt wieder zurück in die Türkei, anstatt zum Klimagipfel zu reisen. Die türkische Regierung nannte keinen Grund für seine außerplanmäßige Rückkehr. Das türkische Parlament hatte im vergangenen Monat als letztes G20-Land das Pariser Klimaabkommen ratifiziert.

RND/dpa/epd/Reuters

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