Christkindwahl: Herrmann entsetzt über AfD-Kommentar

  • In Nürnberg wird die 17-jährige Benigna Munsi zum Christkind gewählt.
  • Kurz darauf erscheint auf der Facebook-Seite eines bayerischen AfD-Kreisverbands ein Kommentar, der für Empörung sorgt.
  • Nun äußert sich auch Bayerns Innenminister Herrmann: “Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus”.
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Nürnberg/München. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat entsetzt auf den umstrittenen Kommentar eines AfD-Kreisverbands zum Nürnberger Christkind Benigna Munsi reagiert. "Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus, den die AfD als ihre Geisteshaltung immer gerne leugnen möchte", sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Die 17-jährige Munsi war am Mittwoch von einer Jury einstimmig zum neuen Christkind von Nürnberg für die nächsten zwei Jahre gewählt worden. Munsi ist gebürtige Nürnbergerin, ihr Vater ist Inder, ihre Mutter Deutsche.

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Der AfD-Kreisverband München-Land hatte am Donnerstag bei Facebook ein Bild von Munsi mit einem Kommentar in Anspielung auf die Ausrottung der Ureinwohner Amerikas veröffentlicht: "Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen." Hunderte Internetnutzer verteidigten die junge Frau daraufhin; der AfD-Kreisverband löschte den umstrittenen Post später und entschuldigte sich.

"Selbst wenn die AfD-Kreisvorsitzende sich von dem Eintrag distanziert hat, macht es die Aussage nicht besser", sagte Herrmann. "Das Posting zeigt nämlich abermals den rechtsextremistischen Wind, der bei der AfD weht."

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Reaktionen aus AfD-Kreisen auf die Wahl von Benigna Munsi zum Nürnberger Christkind als "schäbiges Verhalten" gebrandmarkt. "Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen", schrieb Söder am Freitag auf Twitter.

RND/dpa