Christian Hirte: Ostbeauftragter unter wachsendem Druck

  • Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), hat aus dem fernen Japan die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten begrüßt.
  • Das trug ihm scharfe Kritik ein.
  • Der 43-jährige Thüringer schweigt dazu.
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Erfurt/Berlin. Der Betroffene will sich nicht äußern. Nein, man könne „aktuell keine Stellungnahme“ des Ostbeauftragten der Bundesregierung übermitteln, hieß es am Donnerstag aus dem Wirtschaftsministerium, in dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte seinen Sitz hat.

Im Übrigen steht der Tweet immer noch online, der dem Thüringer jetzt Rausschmissforderungen einbringt. Er lautete: „Herzlichen Glückwunsch, Thomas Kemmerich! Deine Wahl als Kandidat der Mitte zeigt noch einmal, dass die Thüringer Rot-Rot-Grün abgewählt haben. Viel Erfolg für diese schwierige Aufgabe zum Wohle des Freistaats Thüringen.“

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Zwar war Hirte zum Zeitpunkt der Wahl gar nicht im Land. Auch das geht aus seinem Twitter-Account hervor. Er hielt sich zu einer Dienstreise in Japan auf und grüßte vom Flughafen in Tokio. Das ändert am Zorn der Daheimgebliebenen aber nichts. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Christian Hirte muss sofort entlassen werden. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung ist eine Beleidigung für die Ostdeutschen.“ Ein Staatssekretär, der eine Zusammenarbeit mit der AfD begrüße, sei „untragbar“. Politiker von SPD und Grünen äußerten sich ähnlich. Ganz von ungefähr kommt das alles nicht.

Zum einen hat Hirte schon häufiger den Zorn politischer Gegner auf sich gezogen – vor allem den der Linken. Die mache Ostdeutschland seit jeher immer nur schlecht und sei deshalb für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich, sagte er. Daraufhin hatte Parteichefin Katja Kipping die Absetzung Hirtes gefordert. Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte zum Jahreswechsel, Hirte sei „nur als Parteipolitiker unterwegs, nicht als Ostbeauftragter“.

Zum anderen scheint es grundsätzlich so, als würde dem 43-jährigen Christdemokraten aus dem südthüringischen Bad Salzungen wie vielen ostdeutschen Parteifreunden die AfD näher stehen als die Nachfolgepartei von SED und PDS.

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Katholik, verheiratet, drei Kinder

Was viele nicht wissen: Der verheiratete Katholik, Vater von drei Kindern, ist seit 2017 auch Vorsitzender des Kardinal-Höffner-Kreises, eines Zusammenschlusses christlicher Bundestagsabgeordneter von CDU und CSU. Was dort über Hirtes Kemmerich-Begeisterung gedacht wird, ist nicht bekannt.

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Hirtes formaler Chef ist übrigens Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Vertreter des liberalen CDU-Flügels. Er sagte nach Kemmerichs Wahl zum Regierungschef einen gemeinsamen Termin mit diesem auf der Stelle ab. Dass Altmaier Hirte vor die Tür setzt, damit ist dennoch nicht zu rechnen.


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