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„Ich finde es nicht amüsant“: Virologe Drosten erklärt der Brandenburger AfD das Coronavirus

  • Christian Drosten steht dem Corona-Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtages mehrere Stunden lang Rede und Antwort.
  • Den Großteil der Fragen stellt die AfD.
  • Der Virologe bleibt lange sehr geduldig, nur in einer Situation reagiert er barsch.
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Berlin. Der Corona-Untersuchungsausschuss des brandenburgischen Landtages hatte sich einen besonderen Gast eingeladen: Christian Drosten, den Chefvirologen der Berliner Charité. Fast dreieinhalb Stunden lang stand er den Abgeordneten Rede und Antwort.

Die meisten Fragen stellte die AfD, erwischte aber keinen guten Start. Lars Hünich adressierte seine erste Frage an „Herrn Wieler“ und dankte ihm für sein Kommen. Der Chef des Robert Koch-Instituts war zwar auch als Zeuge im Landtag − allerdings schon vor vier Wochen. Drosten nahm die Verwechslung mit einem Lächeln zur Kenntnis.

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„Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.“ Christian Drosten verbreitete zuletzt Optimismus in Sachen Pandemie.  © dpa
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Geduldig beantwortete der Virologe alles, was die Abgeordneten wissen wollten. „Ich kann Ihre Frage gut nachvollziehen“, betonte er mehrmals. Nur in einer Situation reagierte Drosten scharf: „Ich finde es nicht amüsant, mich über Lehrbuchwissen abzufragen“, sagte er, nachdem ihn AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt gefragt hatte, wie er eine Pandemie definiere und was für ihn Inzidenz bedeute.

Die größte Rolle spielten die sogenannten PCR-Tests, die das Coronavirus nachweisen. In den Augen der Kritiker sind sie unzuverlässig, fehleranfällig und trotzdem die Grundlage der Corona-Beschränkungen. Drosten und sein Team hatten die ersten Tests entwickelt.

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„Das ist etwas komplexer“

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„Ich glaube, Sie fragen danach, wie verlässlich eigentlich der Test ist, den eine dahergelaufene kleine Arbeitsgruppe in Berlin entwickelt hat und den es nun auf der ganzen Welt gibt“, sagte der Virologe und bezeichnete mehrere in diese Richtung gehende Fragen als verkürzte Darstellung: „Das ist etwas komplexer.“

Gleichzeitig hätten nämlich mehrere Gruppen über die gesamte Welt verteilt ihre eigenen Tests gemacht. „Wer heute sagt, die ganze Welt testet Drosten-Tests, dann wäre das genauso, wie wenn man sagen würde, jedes Auto wäre immer noch ein Urmodell von Daimler oder Benz.“

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Drosten räumte zwar ein, dass es zu falschen Testergebnissen kommen könne. Die Tests seien jedoch stets mehrstufige Verfahren. Zudem gebe es ständige Plausibilitätsprüfungen – und gegebenenfalls werde noch einmal getestet. Deshalb gebe es keine sachlichen Argumente gegen die grundlegende Auffassung, dass der PCR-Test das Virus nachweist, betonte der Virologe.

RND/tdi

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