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  • Christian Drosten: Impfquote in Dänemark höher in Deutschland – wegen besseren Bildungsgrads?

Drosten erklärt Dänemarks höhere Impfquote mit besserem Bildungsgrad

  • Dänemark ist Deutschland bei der Impfquote weit voraus.
  • Während hierzulande etwas mehr als 64 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, haben sich im skandinavischen Nachbarland bereits mehr als 75 Prozent der Menschen immunisieren lassen.
  • Virologe Christian Drosten erklärt den Unterschied mit dem Informations- und Bildungsgrad.
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Berlin. Virologe Christian Drosten hat den Vorsprung Dänemarks gegenüber Deutschland bei der Impfquote mit einem höheren Informations- und Bildungsgrad in der Bevölkerung erklärt. „Ich denke, das kann man schon ein bisschen verallgemeinern“, sagte er am Dienstagabend im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info – nicht nur mit Blick auf Dänemark, sondern alle skandinavischen Länder. Viele Leute würden dort verstehen, wofür die Impfung gut ist. Es herrsche wenig Zögerlichkeit vor – insbesondere bei den Altersklassen über 60 Jahren, wo es Impfquoten von 95 Prozent und mehr gebe. In Deutschland dagegen liege die Impfquote bei den über 60-Jährigen offiziell gerade einmal bei 84 Prozent.

Während der Anteil vollständig Geimpfter in der deutschen Bevölkerung derzeit bei 64,3 Prozent liegt (Stand 29. September), sind in Dänemark bereits mehr 75 Prozent der Menschen immunisiert.

Drosten: „Die Zahlen sehen übel aus“

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Den derzeitigen Impffortschritt in Deutschland wertete der Virologe als unzureichend. „Die Zahlen sehen übel aus.“ Dänemark sei in einer deutlich besseren Position als Deutschland. Drosten verwies zwar auf die Unsicherheit, dass sich hierzulande möglicherweise bereits mehr Menschen impfen ließen als bislang im Meldesystem erfasst. Dies sei im Moment eine „schöne Hoffnung“, dürfe aber nicht Basis für Entscheidungen und Planungen sein.

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Das Schließen der Impflücken müsse gesamtgesellschaftliches Ziel sein, betonte Drosten weiter. Es gelte, noch Ungeimpfte zu überzeugen oder anderweitig dazu zu bringen, sich impfen zu lassen. Dies sei keine wissenschaftliche Aufgabe mehr, sondern eine politische.

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Der Anstieg der Infektionsinzidenz bis Anfang September sei insbesondere auf das Testen an Schulen nach Ende der Sommerferien und eingeschleppte Fälle zurückzuführen gewesen – und war nach Drostens Einschätzung noch nicht unbedingt der Beginn der Winterwelle. Angesichts der gegenwärtigen Quote von 64,3 Prozent (Stand 29.9.) vollständig Geimpfter in der Bevölkerung gehe er in diesem Jahr von deren Losrollen zu einem Zeitpunkt wie im Vorjahr aus, sagte der Corona-Experte dem Sender. Damals sei es in der zweiten Oktoberhälfte eindeutig gewesen, „dass wir wieder in einen exponentiellen Anstieg gehen“.

RND/dpa/cz

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