Chiles Staatschef will gegen soziale Ungleichheit vorgehen

  • Die gewalttätigen Proteste gegen soziale Missstände in Chile haben offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt.
  • Präsident Sebastián Piñera hat jetzt Gegenmaßnahmen angekündigt.
  • So sollen die niedrigsten Monatsrenten angehoben werden - und das ist noch nicht alles.
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Santiago. Angesichts der gewalttätigen Proteste gegen soziale Missstände in Chile hat Präsident Sebastián Piñera Gegenmaßnahmen angekündigt. Die niedrigsten Monatsrenten würden von umgerechnet 135 auf 162 Euro angehoben, teilte Piñera nach einer Sitzung mit Regierungsmitgliedern und drei Oppositionsführern mit. Der monatliche Mindestlohn werde zudem von etwa 370 auf 430 Euro erhöht. Eine für November geplante Anhebung der Strompreise um 92 Prozent werde zudem zurückgenommen. Und Bürger mit einem monatlichen Einkommen von mehr als 10 000 Euro müssten mit Steuererhöhungen rechnen, kündigte Piñera an.

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Chiles Präsident macht Bürgern Zugeständnisse
1:08 min
Angesichts der Unruhen in Chile hat Präsident Sebastián Piñera ein umfassendes Paket von Sozialmaßnahmen angekündigt.  © AFP

15 Menschen starben bei Unruhen

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Eine Erhöhung der U-Bahnpreise in der Hauptstadt Santiago hatte Proteste ausgelöst, die sich aufs ganze Land ausweiteten. Getragen wurden sie von Chilenen, die sich vom relativen Wohlstand in dem südamerikanischen Land ausgeschlossen fühlen. Viele chilenische Familien verdienen zwischen knapp 500 und 630 Euro im Monat.

Doch die Demonstrationen endeten oft in schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Viele Geschäfte, U-Bahnstationen und Banken wurden am Wochenende in Brand gesteckt, beschädigt oder geplündert. Bei den seit fünf Tagen anhaltenden Unruhen kamen nach Behördenangaben bisher 15 Menschen um. In rund der Hälfte der 16 Regionen des Landes war weiterhin eine Notstandsverordnung in Kraft, in einigen galt zudem eine Ausgangssperre.

RND/AP