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Chefermittler kritisiert Johnson: Polizisten als Kulisse benutzt

  • Der britische Premier Boris Johnson trifft immer wieder auf Ablehnung auf der Insel.
  • Der Polizeichef von Yorkshire wirft ihm Missbrauch von Polizisten als Staffage vor.
  • Auch andere Einheimische bereiteten dem Regierungschef in Nordengland eine Abfuhr.
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West Yorkshire. Der Polizeichef im nordenglischen West Yorkshire hat eine Rede von Premierminister Boris Johnson scharf kritisiert. John Robins zeigte sich am Freitag enttäuscht, dass seine Polizisten als "Kulisse" für eine politische Rede von Johnson über den Brexit und Oppositionschef Jeremy Corbyn benutzt worden seien.

Man sei davon ausgegangen, dass es dem Premier bei seinem Auftritt am Donnerstag in Leeds nur um die versprochene Anwerbung Tausender neuer Polizisten gehen würde, teilte Robins mit. "Wir wurden vorher nicht darüber informiert, dass seine Rede um andere Themen erweitert worden ist." Johnson äußerte sich bei dem Aufritt unter anderem zum Brexit.

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Während Johnsons Rede mussten etwa 35 Polizisten hinter ihm stehen. Eine Frau bekam offenbar Kreislaufprobleme und musste sich hinsetzen. Der sonst stets vor Selbstbewusstsein strotzende Regierungschef wirkte bei dem Auftritt verwirrt. Teilweise verlor er den Faden oder verfehlte die Pointen, wenn er einen Scherz machen wollte.

Am Rande seines Besuchs in Nordengland bekam der Premier auch noch eine heftige Abfuhr von einem Einheimischen - aber auf sehr britische Art, wie auf einem Video des britischen Senders BBC zu sehen ist. "Bitte verlassen Sie meine Stadt", sagte der Mann in einem äußerst höflichen Ton, schüttelte Johnson die Hand und klopfte ihm auf die Schulter. "Das werde ich, sehr bald", antwortete Johnson. Das Video wurde zum Hit im Kurznachrichtendienst Twitter (#PleaseLeaveMyTown).

RND/dpa