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Özdemir: Tierhaltungskennzeichen soll in diesem Jahr kommen

  • Wer Tiere nutze, habe auch die Pflicht, sie bestmöglich zu schützen, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.
  • Im Bundestag bekräftigte er die Einführung einer transparenten und verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung.
  • Özdemir sei nicht bereit, ein „ausbeuterisches System“ weiter hinzunehmen.
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Berlin. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat im Bundestag die Einführung einer transparenten und verbindlichen Tierhaltungskennzeichnung noch in diesem Jahr bekräftigt.

Wer Tiere nutze, habe auch die Pflicht, sie bestmöglich zu schützen, sagte er am Freitag in Berlin. Anstatt Ställe für die Tiere zu bauen, habe man bislang die Tiere an den Stall angepasst, um auch noch die allerletzten Effizienz-Gewinne herauszuholen. Laut Koalitionsvertrag soll eine solche Kennzeichnung auch Transport und Schlachtung umfassen.

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Özdemir betonte, dass Bauern und Bäuerinnen es im Geldbeutel spüren müssten, wenn es dem Tier besser gehe. „Einfach nur mit dem Edding durch den Supermarkt gehen, die Preisschilder durchstreichen, höhere Preise dran schreiben, das wird nicht die Lösung sein.“

Özdemir kritisiert Bezahlung

Es sei nicht in Ordnung, dass ein Landwirt von dem Euro, den der Kunde im Laden für Schweinefleisch ausgebe, gerade einmal 22 Cent bekomme. Er sei nicht bereit, ein „ausbeuterisches System“ weiter hinzunehmen, das auf Kosten der Menschen, der Tiere, der Umwelt und des Klimas gehe.

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Özdemir über Billigprodukte: „Werde das ausbeuterische System nicht weiter hinnehmen“
1:23 min
Landwirtschaftsminister Cem Özdemir betonte am Freitag im Bundestag, dass die Billigprodukte zulasten der Erzeuger endlich beendet werden sollen.  © Reuters
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„Wir wollen nicht akzeptieren, wenn Menschen mit geringem Einkommen ein statistisch deutlich gesteigertes Risiko haben, chronisch zu erkranken“, sagte Özdemir. Es sei ein Ausdruck von Wertschätzung, wenn etwa Arbeitnehmer in der Kantine oder Kinder in der Mensa gesundes Essen, möglichst regional angebaut, bekämen.

Die Regierung wolle umgehend eine Ernährungsstrategie erarbeiten, damit weniger Zucker, Fette und Salz in den Produkten verarbeitet werde. Auch solle die „skandalöse Lebensmittelverschwendung“ reduziert werden.

RND/epd

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