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CDU-Vorsitz und Junge Union: ein Votum für einen Kandidaten Nummer vier

  • Per Mitgliederentscheid erklärt die Junge Union Friedrich Merz zu ihrem Kandidaten für den CDU-Vorsitz.
  • Doch 80 Prozent der JU-Mitglieder beteiligten sich nicht an der Abstimmung.
  • Damit fordert der Parteinachwuchs eigentlich etwas anderes – einen vierten Kandidaten, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Auf den ersten Blick ist die Sache klar: Friedrich Merz ist der Liebling des CDU-Nachwuchses. 51,95 Prozent der Stimmen hat er im Mitgliederentscheid der Jungen Union auf sich vereinen können – eine absolute Mehrheit also.

So eindeutig ist es allerdings nicht: An der Onlineabstimmung beteiligten sich gerade mal 20 Prozent der JU-Mitglieder. Für eine Organisation, die ihre digitale Kompetenz nach vorne stellt, ist das herzlich wenig.

Und um das Ergebnis als JU-Meinung auszugeben, reicht es auch bei Weitem nicht. 80 Prozent der JU-Mitglieder haben für keinen der Kandidaten gestimmt. Von den 100 Parteitagsdelegierten, die die JU stellt, sind umgerechnet zehn für Merz, sechs für Norbert Röttgen und vier für Armin Laschet.

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Das Votum der JU ist also am ehesten als Forderung zu verstehen, dass sich doch bitte ein Vierter oder eine Vierte aus den Kulissen wagen sollte, um den Vorsitz der Partei zu übernehmen. Für die Nachwuchsorganisation läge der Name nahe: Der gerade mal 40-jährige Gesundheitsminister Jens Spahn, der bisher im Team Laschet spielt.

Für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten ist das Ergebnis trotz aller berechtigten Zweifel an der Repräsentativität kein Ruhmesblatt. Er landete abgeschlagen hinter der ewigen Sehnsuchtsfigur der Konservativen Merz und Norbert Röttgen, dem es damit gelungen sein mag, sein Außenseiterimage ein Stück weit zu korrigieren.

Mit seiner moderierenden, abwartenden Art hat es Laschet nicht geschafft, bei den Jungen ein paar mehr Unentschlossene, Unwillige oder Gelangweilte zu motivieren – und das obwohl er zumindest offiziell Spahns Unterstützung hat.

Das offenbart ein grundsätzliches Problem Laschets: Es gelingt ihm nicht zu begeistern. Wenn er Parteivorsitzender werden will, werden ihm die Laschet-Fans nicht reichen. Er braucht auch die, die Merz auf keinen Fall an der Spitze sehen wollen.

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