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CDU-Vorsitz: Laschet, Merz und Röttgen einigen sich – auf Formalien

  • Zwei Monate vor dem Parteitag treffen sich die Kandidaten für den CDU-Vorsitz zum ersten Mal seit langer Zeit gemeinsam.
  • Unter Regie von Annegret Kramp-Karrenbauer einigen sie sich auf digitale Formate für einen parteiinternen Wahlkampf in Corona-Zeiten.
  • Der Eindruck eines Teams kommt gar nicht erst auf.
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Berlin. Armin Laschet ist draußen. Zumindest an diesem Tag verlässt er als Erstes die CDU-Zentrale in Berlin. Ein freundliches Lächeln Richtung Kameras ist drin, mehr nicht. Hinter ihm liegt das erste Treffen mit Norbert Röttgen und Friedrich Merz, den anderen beiden Bewerbern um den CDU-Vorsitz. Formalitäten sind noch zu besprechen für den parteiinternen Wahlkampf unter Corona-Bedingungen.

Die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Wettbewerber dazu eingeladen. Nach eineinviertel Stunden ist das Treffen vorbei, oder Laschet hat genug gehört. Seine Konkurrenten bleiben noch eine halbe Stunde länger. Er habe noch telefonieren müssen, sagt Röttgen hinterher.

Viel mehr gibt auch er nicht preis, außer dass es ein “gutes, freundliches Gespräch” gewesen sei.

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Digitaler Wahlkampf

Die Bedingungen des Wahlkampfs werden von der Parteizentrale schriftlich festgehalten. Die Kandidaten bekommen dazu eine schwarz-rot-gelbe Mappe, sicher ist sicher. Zwei öffentliche Talkrunden soll es mit den drei Kandidaten geben, vier Wochen und eine Woche vor dem Parteitag Anfang Dezember. Sie werden im Internet übertragen. Publikum ist wegen Corona nicht zugelassen, Parteimitglieder können Fragen einreichen.

Nur für Parteimitglieder gibt es außerdem zwei Wochen vor dem Parteitag je eine Onlinekonferenz mit jedem einzelnen Kandidaten. Drei Wochen vor dem Parteitag wird es außerdem persönliche Briefe der Kandidaten an alle CDU-Mitglieder geben. Mit seiner Forderung nach klassischen Fernsehstreitgesprächen hat sich Röttgen also nicht durchsetzen können.

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“Wir alle wollen das Beste für die CDU”, sagt er vergnügt.

Er ist der Einzige, der sich vor und nach dem Treffen vor die Mikrofone stellt. Extra früh hat er sich dafür ins Konrad-Adenauer-Haus aufgemacht und sagt, es gehe nicht nur um eine Auswahl zwischen Personen, sondern auch um die politische Orientierung der Partei.

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Drei Männer - kein Team

Man müsse sich “um das Chaos in der Welt”, um Digitalisierung und die Einsamkeit, in der sich manche in der Leistungsgesellschaft zurückgelassen fühlten, kümmern. Ein “entscheidendes Jahrzehnt” stehe bevor, das man nicht “über sich ergehen lassen” sollte.

Und wenn man das gemeinsam machen würde, im Dreier-Team? “Wenn gewählt worden ist, muss es eine Mannschaft geben”, antwortet Röttgen.

Manche in der CDU haben gefordert, die drei könnten sich doch noch vor dem Parteitag einigen, aber so sieht es nicht aus. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus begleitet das Treffen über “Zeit Online” mit der Mahnung: “Es geht um Deutschland, nicht um Parteien oder einzelne Egos.”

Einen gemeinsamen öffentlichen Auftritt der drei Konkurrenten an diesem Tag gibt es nicht.

Friedrich Merz lässt sich vor der Tür sogar gar nicht blicken.

Er hat am selben Tag seine Internetseite in neuem Design präsentiert. “Neue Zeit, neue Verantwortung” steht darauf. Im Lebenslauf heißt es dort, Merz habe sich “von 2009 bis 2018 wieder ganz seinem Beruf zugewandt”. Der Groll gegen Kanzlerin Angela Merkel, der auch dahinterstand, findet keine Erwähnung ebenso wenig wie der umstrittene Aufsichtsratsposten beim Vermögensverwalter Blackrock, den er mittlerweile abgegeben hat.

Merz firmiert als Anwalt, dessen “Interesse an Politik (...) geblieben” sei.

Zum Treffen im Konrad-Adenauer-Haus kommt er in einer abgedunkelten Limousine über die Tiefgarage. Er verlässt es auf demselben Weg. In der CDU-Zentrale versichern sie, Merz sei anwesend gewesen.

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