CDU-Parteitag: eine Einigung mit hohem Preis

  • Nach einer Chaoswoche einigen sich die Kandidaten für den CDU-Vorsitz auf einen neuen Parteitags­termin.
  • Die neue Lösung hat überraschende Elemente.
  • Die CDU hat in dem gesamten Prozess kein gutes Bild abgegeben, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Manchmal kann man sich über die CDU nur wundern. Eine Woche ist es her, da hat die Parteispitze beschlossen, wegen der gestiegenen Corona-Infektions­zahlen den für Anfang Dezember geplanten Parteitag zu verschieben.

Einen Wutanfall von Friedrich Merz später gibt es nun einen neuen Termin: Mitte Januar soll die Versammlung nun abgehalten werden, und zwar notfalls als Online­parteitag mit digitaler Wahl.

Es wird nun also plötzlich eine Variante möglich, die vor wenigen Tagen noch als rechtlich nicht machbar galt. Die drei Kandidaten sind in der Terminfrage, die sie zuvor tief entzweit hat, plötzlich ein Herz und eine Seele.

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AKK: Einigung auf CDU-Parteitag Mitte Januar
1:04 min
Die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer äußerte sich am Sonntag per Videoschalte zum CDU-Parteitag.  © Reuters

Merz’ Eile und Laschets Zögern

Dazwischen hat Friedrich Merz mit der Verbreitung von Verschwörungs­theorien mal eben sich selbst beschädigt und seine Partei gleich mit. Und die scheidende CDU-Chefin und ihr Team müssen sich fragen lassen, warum sie die Januar­variante samt Digital­votum nicht gleich ins Spiel gebracht, sondern entweder nicht geprüft oder abmoderiert haben.

Es mag sein, dass Annegret Kramp-Karrenbauer versucht hat, die drei Kandidaten dazu zu bringen, sich zu einer gemeinsamen Lösung durchzuringen – irgendwo zwischen Merz’ Eile und Laschets Zögern.

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Ein gutes Bild hat die CDU bei alldem jedoch nicht abgegeben.

Mit der nun gefundenen Lösung jedenfalls wird die Verschiebung im Nachhinein unnötig. Der Partei­vorstand, der sie einstimmig beschlossen hat, wurde an der Nase herumgeführt. In digitaler Form hätte sich auch der Dezember­termin halten lassen.

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Gut ist es in jedem Fall, wenn die CDU im Januar zu einer Entscheidung kommt – sofern das Führungs­drama dann endlich mal ein Ende hat. Gesagt ist das allerdings noch nicht.

Sieger und Verlierer werden sich dazu unterhaken müssen.

Das war bisher nicht jedermanns Sache.

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